• Bei „Der Bergdoktor“ spielt Ronja Forcher „Lilli“
  • Schon als Kind begann sie mit der Schauspielerei
  • Beinahe hätte sie ihre Karriere jedoch beendet

Ronja Forcher (25) kennen die meisten aus „Der Bergdoktor“, wo sie die Rolle der „Lilli“ spielt. Tatsächlich ist Ronja schon seit 20 Jahren als Schauspielerin tätig. Zwischenzeitlich kamen ihr jedoch Zweifel, ob der Beruf wirklich das richtige für sie sei. 

„Promipool“: Du feierst jetzt dein 20-jähriges Schauspiel-Jubiläum und stehst fast dein ganzes Leben schon vor der Kamera. Wenn du diese Zahl 20 Jahre siehst, wie fühlt sich das an?  

Ronja Forcher: Verrückt im ersten Augenblick. Ich kann es nicht wirklich verstehen, dass es 20 Jahre sind. Seit ich denken kann, arbeite ich und stehe ich vor der Kamera und ich habe mir nie darüber Gedanken gemacht, dass es für andere Menschen vor dem Arbeiten eine Zeit gibt, die auch passiert im Leben. Bei mir war das alles parallel.  

Und ja, ich kann mich sehr glücklich schätzen, weil ich immer noch etwas machen darf, was mir sehr großen Spaß macht. Aber ich glaube, so richtig verstehen, was alles passiert ist und wie das Leben so ist in meinem Fall, das werde ich wahrscheinlich erst, wenn alles lange hinter mir liegt und ich ganz alt bin, in Pension bin und dann darauf zurückschaue.  

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Bist du heute froh, dass du schon so bald mit der Schauspielerei angefangen hast?  

Das Schöne ist, dass ich als Kind das total geliebt habe. Und deswegen würde ich jetzt sagen, ich bin froh, dass es so passiert ist, wie es passiert ist. Für mich als Kind war das überhaupt keine Arbeit. Das war wie ein Hobby eigentlich. Und jetzt bin ich an dem Punkt: Dadurch, dass ich so viel schon vorgearbeitet habe in meinem Leben, habe ich eine relativ große Freiheit, was ich machen kann, weil ich eine gewisse Reichweite habe. Deswegen bin ich so dankbar, dass dieser – ich sage mal – schwere Weg, der der Anfang von jeder Karriere ist, schon lange hinter mir liegt. Ich bewundere mein früheres Ich, dass ich das alles geschafft habe.  

Ronja Forcher: Zwischenzeitlich wollte sie einen neuen Weg einschlagen

Dein Leben war damals wahrscheinlich auch anders als das von deinen Freunden oder Klassenkameraden...  

Ja, sehr. Ich habe angefangen zu drehen, bevor ich eingeschult wurde. Das war natürlich sehr spannend für die anderen Kinder. Ganz verstanden haben sie es aber auch nicht. Und ich war ein sehr, sehr schüchternes Kind. Ich hatte nicht viele Freunde, ich war eigentlich immer nur für mich.

Und dann habe ich mich gefreut, wenn ich wieder nach Hause kam oder eben zum Drehen fahren konnte, da habe ich mich immer gut aufgehoben gefühlt. Und wahrscheinlich habe ich deswegen das auch immer so geliebt, weil ich da nicht diejenige war, die still in der Ecke sitzt, so wie in der Schule, sondern die, die Teil von etwas ist. Das habe ich immer schon geliebt, Teil von der Gruppe zu sein.  

Das heißt, es gab auch nie diesen Gedanken: Vielleicht sollte ich mal was anderes machen?  

Dieses Gefühl hatte ich, und zwar viel später. Da war ich 16, 17 oder 18, als ich mein Abitur gemacht habe, also die Matura in Österreich. Das war ein Zeitpunkt in meinem Leben, wo ich mir erstmal die Frage stellen musste, ob ich das überhaupt machen will. Diese Entscheidung damals, die habe nicht ich aktiv getroffen. Ich wurde auch nicht zum Schauspiel gezwungen, so wie es vielleicht bei anderen Kindern ist, die vor der Kamera stehen. Aber meine Eltern haben gefragt, ob ich das machen möchte. Und dann bin ich irgendwie hängen geblieben.  

Aber als ich dann eine junge Erwachsene war oder am Ende meiner Pubertät, da habe ich mich schon sehr intensiv mit meinem Werdegang auseinandergesetzt und habe mir die Frage gestellt: Will ich das überhaupt und will ich das vor allem die nächsten 15 Jahre machen? Aber ich habe mich dann entschieden, das weiter zu machen und ich bin jetzt sehr froh darüber.  

Hattest du einen anderen Berufswunsch, dem du dann vielleicht nachgegangen wärst?  

Ich wollte Psychologie studieren und ich wollte Psychotherapeutin werden. Ich habe mich sogar schon angemeldet für das Studium und habe schon gelernt auf die Prüfung und dann bin ich nicht zur Prüfung gegangen. Jetzt bin ich froh, weil ich dann vielleicht angenommen worden wäre und dann wäre ich jetzt vielleicht Psychologiestudentin. 

Vielen Dank für das Gespräch!