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Riccardo Simonetti über DKMS LIFE: „Auch Männer leiden darunter, dass ihre Optik sich verändert“

Riccardo Simonetti
17. September 2020 - 18:30 Uhr / Tina Männling

Entertainer Riccardo Simonetti ist einer der Botschafter von DKMS LIFE und unterstützt dabei Krebspatientinnen. Im Interview mit „Promipool“ sprach er über emotionale Geschichten von Erkrankten und Gender-Stereotypen. 

Für Riccardo Simonetti (27) ist Krebs ein wichtiges Thema. Deshalb setzt er sich bei der Organisation DKMS LIFE als Botschafter für die diesjährige Kampagne ein. „Promipool“ hat den Entertainer, der vor einem Jahr seine Bloggerkarriere beendete, zum Interview getroffen. 

„Promipool“: Hallo Riccardo, weshalb bist du DKMS LIFE Botschafter geworden? 

Riccardo Simonetti: Ich unterstütze DKMS LIFE schon seit ein paar Jahren und ich musste in meinem Freundes- und Familienkreis öfter den Fall miterleben, dass eine Frau an Krebs erkrankt ist. Zu sehen, was diese Frauen dann durchmachen mussten, hat mich natürlich sehr berührt und deswegen wollte ich einfach helfen. 

Was sind deine Aufgaben als Botschafter? 

Ich begleite zum Beispiel die look good feel better Kosmetikseminare von DKMS LIFE, in denen die Patientinnen lernen, die Hürden ihrer Chemotherapie Make-up-technisch zu meistern, wenn die Haut verletzlicher ist oder keine Wimpern, Augenbrauen und Haare mehr da sind. Die Seminare sollen Frauen mit Krebserkrankung mit ein bisschen mehr Selbstvertrauen nach Hause schicken oder sie zumindest mal für zwei Stunden ablenken. 

Zum anderen besteht meine Aufgabe auch darin, mit gesunden Frauen über das Thema zu sprechen, damit wir keine Hemmungen haben, solche Dinge in der Öffentlichkeit zu diskutieren. Ich versuche auch, Patientinnen eine Plattform zu geben, auf der sie ihre Geschichten erzählen können, damit junge Frauen sie hören, Vorsorgeuntersuchungen ernst nehmen und lernen, auf ihre eigene Intuition zu hören. 

Was sind die emotionalsten Geschichten, die du bisher gehört hast? 

Geschichten von Frauen, die gerade erst Kinder bekommen und dann einen Knoten in der Brust entdeckt haben. Das fand ich schon ziemlich emotional. Sie sind gerade Mütter geworden, haben die schönste Zeit ihres Lebens und müssen diese im Krankenhaus verbringen. Das hat mich sehr bewegt. 

Was gefällt dir besonders an der Kampagne? 

Ich finde es toll, dass es bei DKMS LIFE wirklich auch um Patientinnen geht, dass alle Kampagnen immer mit Patientinnen zusammen geshootet werden und der Krebs präsent und sichtbar ist. Das ist jetzt natürlich schwieriger, weil Krebspatienten zur Risikogruppe gehören und man diese Risikogruppe auch schützen muss. 

Weshalb dreht sich das DKMS LIFE Patientenprogramm hauptsächlich um Frauen? 

Ich glaube, DMKS LIFE hat sich mit ihren Kosmetikseminaren in erster Linie an Frauen gewandt, weil der Verlust von Haaren, Wimpern und Augenbrauen ein starkes Frauenthema ist. Nichtsdestotrotz weiß ich, dass dieses Jahr auch angefangen wurde, mit Männern zu arbeiten. Das begrüße ich natürlich sehr, weil ich jemand bin, der wenig von Gender-Stereotypen hält und deswegen freue ich mich, dass Männer auch inkludiert werden. 

Wie könnte das bei Männern bei DKMS LIFE aussehen? Könnte es auch für sie Kosmetikseminare geben? 

Ich weiß nicht, ob es bisher solche Seminare gab, ich glaube, dass Männer genauso davon profitieren würden. Es geht ja gar nicht darum, dass man das Seminar super beauty-affin meistert, sondern einfach eine Stunde am Tag nicht über seine Chemotherapie nachdenken zu müssen. Das ist etwas, wovon jeder profitiert. Und auch Männer leiden darunter, dass ihre Optik sich verändert. Ich weiß nicht, ob da Make-up-technisch nachgeholfen wird, vielleicht gibt es andere Tipps, die in den Seminaren gezeigt werden können. 

Vielen Dank für das Gespräch!