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Conchita Wurst: Fetisch als Inspiration

Conchita Wurst
26. Oktober 2019 - 11:22 Uhr / Andreas Biller

Tom Neuwirth alias Conchita Wurst hat sich mit der Veröffentlichung seines Albums „Truth over Magnitude“ am 25. Oktober gewaltig verändert. Der Sänger tritt heute kaum noch als seine Kunstfigur Conchita auf, stattdessen sieht man ihn in freizügigen Outfits. Im zweiten Teil des „Promipool“-Interviews haben wir uns mit ihm über die Drag-Kunst und seine neue Show unterhalten.

„Promipool“: Würdest du dich denn noch als Drag Queen bezeichnen oder als Künstler?

Tom Neuwirth alias Conchita Wurst (30): Ich würde sagen, dass ich in den Künstler hineingewachsen bin, ich bediene mich aber nach wie vor der Drag-Kunst. Drag ist ja meistens ein Mann, der eine Frau in irgendeiner Art durch eine Illusion darstellt. Das mach ich ja auch immer wieder, aber auch Wurst.

RuPaul sagte ja sehr treffend: „You’re born naked and the rest is Drag.“

Wir alle haben unser Arbeitsgesicht, wir alle haben unsere Charaktereigenschaften, wenn wir mit Freunden unterwegs sind, die wir nicht an den Tag legen, wenn wir in einem Business-Meeting sind.

Drag ist ja viel, viel mehr. Drag ist die Klamotte, die Einstellung, die Sprache, die wir wählen, wenn wir in bestimmten Situationen sind. Daher würde ich sagen, dass ich Drag mache, aber im traditionellen Sinne nicht ständig. Manchmal ist es klar: „Oh, das ist eine Drag Queen“, manchmal aber nicht.

Du hast dich ja modisch gewaltig verändert.  Was waren da deine Einflüsse?

Ja, ich glaube, das war mein Fetisch. Mein Fetisch für Latex und knappe Bekleidung und viel Haut. Das war so die Inspiration (lacht).

Bald bist du bei „Queen of Drags“ zu sehen. Wie war denn die Zusammenarbeit mit Heidi Klum und Bill Kaulitz?

Also von den Dreharbeiten bin ich mit einem erfüllten Herzen zurückgekommen. Es war so eine schöne Zeit – allen voran hatten wir richtig viel Spaß. Es ist einfach unglaublich, wenn man merkt, dass eine ganze Crew in einer Thematik versinkt und sich freut und dem Thema mit Respekt entgegentritt.

Ich vermisse es zu drehen und all diese Leute jeden Tag zu sehen. Es war auch toll, wie man sich eingegroovt hat.

Warum denkst du denn, hat es so lange gedauert, bis eine Drag-Queen-Show im deutschen TV zu sehen war?

Diese Art von Anfragen kamen in unregelmäßigen Abständen immer wieder an mich. Die Begebenheiten, unter denen ich eine derartige Show gerne gesehen hätte, gab es aber einfach noch nicht.

Jetzt die Chance zu bekommen, auf einem der größten deutschen Privatsender Deutschlands zur Prime Time eine Show zu zeigen, die hoffentlich nicht nur unterhalten wird, sondern auch berührt und vielleicht auch Menschen motiviert, ihr Leben anders und authentisch zu leben – das finde ich überragend. Da konnte ich nicht ablehnen.

Werden wir dich denn auch bald bei Heidis Halloween-Party sehen?

Ich fürchte, dass sich das dieses Mal nicht ausgehen wird, da ich am 2. November meine Album-Release-Party habe. Aber ansonsten wäre ich natürlich hingegangen (lacht).

Vielen Dank für das Gespräch!

Conchita Wursts neues Album „Truth over Magnitude“ ist ab Freitag, den 25. Oktober erhältlich, die Show „Queen of Drags“ läuft ab dem 15. November auf ProSieben. Im Frühjahr 2020 geht Conchita auf Tour.