Im Interview

Beatrice Egli: Das hat sie „so beschäftigt und so berührt und auch traurig gemacht“

Beatrice Egli gibt bei Auftritt Vollgas

Kürzlich brachte Beatrice Egli ihr neues Album „Alles was du brauchst“ heraus. Darauf gibt es auch einen Song, der von einem ernsteren Thema handelt und Beatrice sehr bewegt. „Promipool“ hat mit ihr darüber gesprochen. 

Im Schlager ist immer eitel Sonnenschein? Beatrice Egli (33) beweist mit einem Song auf ihrem neuen Album „Alles was du brauchst“ das Gegenteil. Nachdem sie kürzlich das Matterhorn bestieg, veröffentlichte Beatrice neue Musik und sprach darüber mit „Promipool“. 

„Promipool“: Hallo Beatrice, dein neues Album ist kürzlich erschienen. Was ist das Besondere an „Alles was du brauchst“? 

Beatrice Egli: Das Album ist sehr vielseitig und vor allem es hat wahnsinnige Kraft und Energie und gleichzeitig hat es auch sehr emotionale Momente. Ich habe das erste Mal auch meine Stimme genutzt, nicht nur gesanglich, sondern auch, um auf Themen aufmerksam zu machen und Themen Stimmen zu geben.  

„Leise Lieder“ ist sicher auch ein Song, der berührt, uns zu Tränen rührt, der sehr nah geht und ein Thema anspricht, das leider durch die Pandemie ganz kurz mal Aufmerksamkeit bekommen hat und einfach auch sehr angestiegen ist - und zwar die häusliche Gewalt. Ich habe die Geschichte von dem Jungen Jannik gesungen. Wenn nur ein Mensch durch den Song den Mut zusammenbringt, darüber zu sprechen, dann ist das Album schon das, was es sein soll. 

Wie kamst du gerade auf dieses Thema häusliche Gewalt? 

Es hat mich sehr, sehr beschäftigt, dass es in der Pandemie so stark angestiegen ist und so viel mehr Anrufe eingegangen sind. Ich kriege auch Post - immer noch per Brief - und da gibt es schon Menschen, die mir ihre ganze Geschichte erzählen. Dabei gibt es auch diese Geschichten und das hat mich so beschäftigt und so berührt und auch traurig gemacht, dass ich dem Stimme und Aufmerksamkeit schenken wollte, denn Schweigen ist in dem Fall einfach das Falsche. 

Wie reagierst du auf solche Briefe mit diesen Geschichten? 

Das nimmt mich erstmal total mit, das ist etwas, was mich natürlich auch emotional sehr aufwühlt und ich da erstmal auch schlucken muss und die Worte irgendwie verstehen muss und ankommen lassen muss. Dann versuche ich, den Menschen einfach Mut zu machen, darüber zu sprechen und Hilfe zu holen. Natürlich weiß ich gleichzeitig, dass es schwer ist, aber das ist ein erster Schritt. Das ist wie im Leben, auch wie auf dem Berg: Den ersten Schritt zu gehen ist das Schwierigste, das braucht ja Mut. Ich hoffe sehr, dass ich diesen Mut schenken kann. 

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Beatrice Egli spricht über „düstere Zeit“

Neben dem Album bringst du auch bald dein allererstes Buch heraus. Warum hast du dich gerade jetzt dafür entschieden? 

Ich hatte sehr viel Zeit, um zu reflektieren, sehr viel Zeit, um Geschichten festzuhalten. In erster Linie habe ich dieses Buch auch für mich geschrieben, um mir selbst mal mein Leben bewusst zu machen. Das hat sehr, sehr gutgetan und sicher das Leben und die Musik bei mir auch wieder beeinflusst. Ich glaube, den richtigen Zeitpunkt gibt es sowieso nie. Es gibt ja immer noch mehr zu erzählen und in dem Falle gibt es ein Thema, worüber ich noch nie gesprochen habe, und das tut mir sicher gut, wenn ich davon erzählen kann. 

Hättest du Lust, noch weitere Bücher zu schreiben? 

Erstmal war es intensiv, das erste Buch zu schreiben. Ich kann mir aber vorstellen, dass das etwas Wundervolles ist, dass man diese Zeit sich nimmt, um auch das geschriebene Wort nochmal mehr im Leben stattfinden zu lassen. 

Jetzt geht es auch langsam wieder los mit Auftritten und Live-TV-Shows. Wie fühlt sich das an, so langsam wieder beginnen zu dürfen? 

Es ist ein wirklich so schönes Gefühl, wieder live auf der Bühne zu stehen. Vor allem ist so viel Musik entstanden in der Pandemie-Zeit, dass es für mich einfach so schön ist, wieder Lieder auch live zu spielen und mit den Leuten gemeinsam zu singen. Das habe ich so sehr vermisst, dieses Feedback auch auf die Musik direkt und zu sehen wie die Leute mitgehen und voller Inbrunst mitsingen - das tut wahnsinnig gut. „Alles was du brauchst“ live zu performen, wie alle schon mitsingen, das verpasst mir eine pure Gänsehaut. 

Vielen Dank für das Gespräch! 

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