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Royals: Das bereut die Queen am meisten

Königin Elisabeth II.
11. April 2020 - 17:33 Uhr / Nadine Miller

Das britische Königshaus mit Oberhaupt Elisabeth II. an der Spitze stand im Laufe der Jahrzehnte des Öfteren in der Kritik. Eine Entscheidung der Queen in den späten sechziger Jahren stürzte die Royals in eine tiefe Krise.

Es war ein gewöhnlicher Tag in Aberfan, Wales, und endete mit einer Katastrophe: Am 21. Oktober 1966 löste sich eine 34 Meter hohe Halde, rutschte den Berg Merthyr hinab bis ins Bergarbeiterdorf und verschüttete dort Häuser und eine Grundschule. Die Folge: 144 Menschen starben, 116 davon Kinder.

Zuvor regnete es stark im Aberfan, wodurch die Halde immer mehr absackte. Die Bestürzung über die Todesopfer in der walisischen Bevölkerung war groß und auch die Royals waren schockiert über die Meldung.

Die Queen besuchte Unglücksort erst acht Tage nach der Katastrophe

Die Queen schickte eine Beileidsmeldung nach Aberfan, erschien aber selbst erst acht Tage nach der Katastrophe in dem Bergarbeiterdorf. Prinz Philip hingegen reiste bereits einen Tag nach dem Abrutsch nach Wales und besuchte den Unglücksort. Dass die Queen nicht persönlich kam, warfen ihr viele Waliser vor - die Royals standen vor einem Skandal.

Am 29. Oktober traf Queen Elisabeth II. dann selbst in Aberfan ein und besuchte die Hinterbliebenen der Opfer. Wie ihr ehemaliger Privatsekretär Sir William Heseltine in der Dokumentation „Elizabeth: Our Queen“ erklärte, sei es eines der wenigen Male gewesen, dass die Königin in der Öffentlichkeit geweint habe.

Königin Elisabeth II.

 „Aberfan hat die Queen sehr bestürzt, als sie dorthin fuhr.“ (...) „Ich denke, sie hat eingesehen, dass sie früher hätte fahren sollen. Es war eine Lektion für sie, dass man Empathie zeigen muss und für die Menschen da sein, danach sehnten sie sich.“

Queen bereut die Entscheidung, erst so spät gefahren zu sein

Laut Sally Bechdel Smiths Biografie Elizabeth the Queen“ sei die Entscheidung der Monarchin nicht kaltherzig gewesen, sondern habe praktische Gründe gehabt. Die noch junge Königin Elisabeth II. habe laut Smith Angst gehabt, dass ihr die Leute mehr Aufmerksamkeit schenken könnten als nach Überlebenden zu suchen.

Trotz zahlreicher Vorschläge ihrer Berater blieb die Königin erstmal bei ihrer Entscheidung, Aberfan nicht zu besuchen. Das berichtete ein Berater der Königin dem Biografen Robert Lacey. Bis heute ist dieser Entschluss eines der wenigen Dinge, die die Queen bis heute bereut, was aus den verschiedenen Berichten hervorgeht.

Jeff Edwards

Jeff Edwards, der die Katastrophe 1966 im Alter von acht Jahren überlebte, sagte dem South Wales Echo“ im Jahr 2002: „Als sie ankam, war sie sichtlich traurig und die Leute von Aberfan schätzten es, dass sie hier war. Sie kam, wenn sie konnte und niemand würde sie dafür verurteilen, weil sie nicht früher gekommen ist, zumal alles so ein Durcheinander war.“ 

Seit 1966 besuchte die Queen den Ort öfter als jedes andere Mitglied der Königsfamilie.