Von Nils Reschke 0
Ibrakadabra!

Zlatan Ibrahimovic: DFB-Team trifft den Macho aus Malmö

An genialen Momenten mangelt es Zlatan Ibrahimovic ganz und gar nicht. Eher schon an guten Manieren. Aber auf dem Fußballplatz ist das zweitrangig. „Ibrakadabra“, der schwedische Ballzauberer, ist einer, der „dreckigen Fußball“ spielt. Einer, der ein Spiel entscheiden kann.


Er besitzt einen so ganz und gar nicht skandinavischen Namen. Das ist schlichtweg der Tatsache geschuldet, dass Zlatan Ibrahimovic als Sohn einer kroatischen Mutter und eines bosnischen Vaters vor 31 Jahren im schwedischen Malmö das Licht der Welt erblickte. Dessen Stadtteil Rosengard ist sicher nichts für Zartbesaitete. Hier hat Ibrahimovic das Kicken gelernt, aber auch seine bisweilen rüpelhafte Art und Weise. Am Ball ist er ein Genie, vorm Mikrofon nicht selten ein Flegel. Legendär seine Tore, berüchtigt seine kernigen Sprüche und Interviews.

Am Dienstagabend will der schwedische Fußballer diesen Beweis einmal mehr antreten: Dann tritt Schweden in der WM-Qualifikation im Olympiastadion in Berlin gegen die deutsche Nationalmannschaft an. Und möglicherweise zittern schon die Reporter der ARD mehr, als es die deutschen Abwehrspieler tun. Denn das „Erste“ überträgt dieses Länderspiel, und da zählt es fast schon zur Pflichtaufgabe, auch den Exzentriker Ibrahimovic vors Mikro zu bekommen. Die Fragen sollten gut gewählt sein, denn Zlatan lässt sich den Mund nicht verbieten. Als es damals für den Superstar beim FC Barcelona nicht so recht laufen wollte, verschonte er selbst Trainer Pep Guardiola nicht. „Diesen Philosophen braucht hier keiner“, gab Ibrahimovic zu Protokoll. „Der Zwerg und ich genügen vollkommen.“ Nun, mit „Zwerg“ meine der Schwede Lionel Messi.

Eine Anekdote ist nicht minder legendär. Da existiert nämlich noch ein Foto, das Ibrahimovic und seinem damaligen Kollegen bei Barca, Gerard Pique, der Lebensgefährte von Pop-Star Shakira, zeigt wie sie treu Händchen halten. Und eine Reporterin erdreistete sich doch tatsächlich, Ibrahimovic nach seiner vermeintlichen Homosexualität zu befragen: „Sind Sie schwul?“ Die Antwort des Schweden: „Besuch mich mal, aber bring auch deine Schwester mit.“ Das kann ja heiter werden, am Dienstagabend in Berlin.


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