Von Mark Read 0
Lebenslange Sperre?

Wladimir Klitschko ist "empört" und fordert Konsequenzen für Chisora

Noch immer erregt der Prügel-Skandal von München die gesamte Boxwelt. Wladimir Klitschko forderte nun Konsequenzen für Schläger Dereck Chisora. Auch der britische Boxverband will einschreiten. David Haye ist hingegen immer noch untergetaucht.


"Ich bin geschockt und zutiefst empört über das Verhalten von Dereck Chisora und seinem Team in der letzten Woche", schreibt Wladimir Klitschko in einer Stellungnahme auf der offiziellen Homepage der beiden Box-Brüder.

"Es stimmt mich sehr traurig, wenn ich sehe, wie er den Boxsport repräsentiert und mit welcher Respektlosigkeit er dem Schwergewichts-Weltmeister Vitali Klitschko beim Wiegen und am Kampfabend gegenüber getreten ist."

Doch noch mehr entsetzte den jüngeren der beiden Klitschko-Brüder Chisoras Verhalten auf der anschließenden Pressekonferenz, wo er sich mit Landsmann David Haye eine wüste Schlägerei lieferte, in die auch Pressevertreter hineingezogen wurden.

"Solch ein Verhalten muss Konsequenzen nach sich ziehen und darf niemals von den Boxverbänden, Medien, Sportlern und Boxfans toleriert werden. Es muss gestoppt werden, damit der Boxsport sein Ansehen nicht verliert", fordert Wladimir Klitschko auf der Internet-Seite.

Das sieht auch der britische Boxverband so, der das Image des gesamten britischen Boxsports durch das Verhalten der beiden Streithähne beschädigt sieht. David Haye hat seine Karriere schon beendet und kann vom Boxverband nicht mehr sanktioniert werden. Aber auf Chisora kommt wohl eine Sperre zu, möglicherweise auch das frühe Ende seiner Karriere mit erst 28 Jahren. Der Generalsekretär des britischen Verbandes, Robert Smith, schloss dies im Gespräch mit der BBC zumindest nicht aus: "Natürlich ist das möglich. Das Board kann bestrafen, sperren und es kann eine Lizenz entziehen."

Davon abgesehen kommen auf beide Beteiligten an der peinlichen Schlägerei auch noch rechtliche Konsequenzen zu. Während Chisora von der Münchener Polizei bereits verhört und wieder freigelassen wurde, hatte sich Haye in den frühen Morgenstunden des Sonntags, also kurz nach dem üblen Vorfall in der Olympiahalle, bereits per Flugzeug in seine Heimat abgesetzt. Ihn konnten die deutschen Behörden bislang nicht ausfindig machen.

Offenbar will die deutsche Polizei nun die Hilfe von Scotland Yard in Anspruch nehmen, um David Haye verhören zu können. Gegenüber der "Daily Mail" verkündete dessen Trainer Adam Booth, der im Getümmel eine Schnittverletzung davontrug, dass sein Schützling sich selbstverständlich mit den deutschen Behörden kooperieren werde:

"Wir wurden noch nicht von der deutschen Polizei kontaktiert oder befragt. Natürlich würden wir jede Frage beantworten, und würden dafür auch nach Deutschland reisen. Es gibt nichts, wovor wir uns verstecken müssen."


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