Von Nils Reschke 0
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Wir machen euch fit für die Vierschanzentournee

Die Grundregeln sind denkbar einfach: Vier Springen und somit vier Punktzahlen. Und am Ende steht ein Skispringer als Sieger fest. Promipool.de macht euch fit für die Vierschanzentournee.


Es gibt weitaus angenehmere Sportarten als die des Skispringens. Denn an Silvester bleibt für die Adler der Lüfte kaum Zeit, um groß mit Freunden und Familie anzustoßen. Am Neujahrstag müssen die Skispringer nämlich immer rauf auf die Olympiaschanze von Garmisch-Partenkirchen. Das hat Tradition wie Berliner verspeisen oder „Dinner for one“ schauen am Silvestertag. Promipool.de liefert euch an dieser Stelle zur diesjährigen Vierschanzentournee einige Hintergründe und Wissenswertes rund um die Tour.

Das Springen in Garmisch-Partenkirchen ist aber nur eines von vier Wettbewerben. Gestartet wird die Vierschanzentournee immer am 29. oder 30. Dezember zum Jahresausklang in Oberstdorf auf der legendären Schattenbergschanze. Nach zwei Springen in Deutschland geht es rüber nach Österreich, wo in Innsbruck auf der Bergiselschanze am 3. oder 4. Januar eines jeden Jahres die Tournee fortgesetzt und schließlich in Bischofshofen Paul-Ausserleitner-Schanze am 6. oder 7. Januar abgeschlossen ist.

Die Idee zu diesem Wettbewerb entstand 1949, als Freunde aus Partenkirchen und Innsbruck es gut fanden, einen kleinen Wettbewerb im Skispringen in Deutschland und in Österreich ins Leben zu rufen. Gesagt, getan: Am 1. Januar 1953 setzten sie ihre Pläne mit dem Neujahrsspringen in Partenkirchen in die Tat um. Damals wollten sich schon 20.000 Zuschauer dieses Event nicht entgehen lassen, bei dem insgesamt 50 Skispringer an den Start gingen. Der erste Wettbewerb überhaupt war auch bislang der einzige, der in nur einem Jahr stattfand. Schon bei der zweiten Vierschanzentournee fand das Auftaktspringen dann immer in Oberstdorf statt – und das noch vor dem Jahreswechsel am 29. oder 30. Januar.

Der Österreicher Sepp Bradl war der erste Sieger der Vierschanzentournee und setzte sich 1953 vor den starken Norwegern Halvor Naes und Asgeir Dölplads durch. 1957/58 siegte mit Helmut Recknagel erstmals ein deutscher Skispringer, der ein Jahr später seinen Titel verteidigte und die Vierschanzentournee auch 1960/61 noch einmal gewann –  dann auch offiziell für die DDR. Weil nämlich Deutschland und Österreich sich 1959/60 weigerten, die DDR als eigenständigen Staat anzuerkennen, reist der komplette DDR-Tross einfach wieder ab. Man wollte im Falle ihres Sieges nicht die DDR-Flagge hissen. Auch weitere Oststaaten schlossen sich der DDR an. Die Tour hatte bei ihrer achten Auflage ihren ersten Skandal.

Mit 16 Gesamtsiegen liegt Deutschland in der Nationenwertung vorne. Auch Finnland bringt es auf 16 Erfolge, aber nur auf zehn Silberränge – Deutschland schaffte hier zwölf. Auch bei der Zahl der Podestplätze liegen die deutschen Adler mit 45 knapp vor Österreich, das es bislang 44 Mal aufs Treppchen schaffte. Als bislang einziger Skispringer schaffte der Finne Janne Ahonen fünf Mal den Gesamtsieg bei der Vierschanzentournee. Jens Weißflog hat den Toursieg insgesamt vier Mal geschafft. Ein einmaliges Ereignis spielte sich 2005/06 ab. Da nämlich lagen der Finne Janne Ahonen und der Tscheche Jakub Janda nach acht Sprüngen mit 1081,5 Punkten exakt gleichauf. Weil es bei Gleichstand keine weiteren Kriterien mehr gibt, um den Gesamtsieger zu küren, wurden kurzerhand beide Skispringer als solcher erklärt. 1997/98 gewann mit dem Japaner Kazuyoshi Funaki zum ersten und bisher einzigen Mal ein Asiat die Vierschanzentournee.

Passend zum 50. Jubiläum schrieb Sven Hannawald 2001/02 bei der Vierschanzentournee Skisprung-Geschichte. Denn als bisher einziger Athlet schaffte es der deutsche, alle vier Springen in einer einzigen Tour zu gewinnen. Das hatte es bei der Vierschanzentournee noch nie gegeben! Bislang gab es inklusive Hannawald auch erst neun Springer, die auf allen vier Schanzen einen Sieg feiern konnten – nur eben nicht in ein und demselben Wettbewerb, was Sven Hannawalds Leistung noch einmal so eindrucksvoll macht.

Und wie wird der Sieger gekürt? Die Ergebnisse der vier Springen werden addiert. Als Punktzahl relevant sind die erzielten Punkte für Weite und Haltung – also nicht wie anderswo gerne üblich Punkte für eine bestimmte Platzierung. An jeder Schanze wird ein K-Punkt (kritischer Punkt) gesetzt. Springt man diesen exakt, erhält man 60 Punkte. Jeder Meter darüber ergibt weitere 1,8 Pluspunkte, jeder Meter davor 1,8 Minuspunkte. Die drei mittleren der insgesamt fünf Wertungsnoten der Kampfrichter werden dann als Haltungspunkte hinzuaddiert.

Wir wünsche eine spannende Vierschanzentournee!


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