Von Stephanie Neuberger 0
Promipool Royal

Wir haben eine Königin - und zwar in England

Willkommen zur ersten Promipool-Royal-Kolumne. Wozu das alles? Ich gebe zu, dass ich ein echter Royal-Fan bin. Die Geschichte und der Glanz der königlichen Familien faszinieren mich. Leider können die deutschen Adligen auf der Linie nicht punkten. Oder haben wir etwa doch eine würdige Königin?


Auch wenn in Deutschland die Monarchie untergegangen ist, haben auch wir berühmte Royals. Und nein, damit meine ich nicht die deutschen Adligen, die uns regelmäßig zum Fremdschämen zwingen oder solche, die sich den Titel nur durch Adoption erkauft haben. Ich meine waschechte Adlige.

Denn was viele nicht wissen, ist, dass das englische Königshaus auch deutsche Wurzeln hat. So kamen seit 1714 die Könige von England aus dem Hause Hannover. Erst mit dem Tod von Königin Victoria endete die Herrschaft von Hannover. Einen Adligen und das heutige Oberhaupt des königlichen Hauses Hannover kennt wohl jeder. Prinz Ernst August, der den unrühmlichen Namen „Prügelprinz“ von der Presse bekam, ist ein Nachfahre des englischen Königs Georg III.

Tatsächlich wurde Ernst August auch in der englischen Thronfolge berücksichtigt. Als er allerdings mit Caroline von Monaco eine Katholikin heiratete, wurde er aus der Thronfolge gestrichen. Zugeben, seine Chancen jemals den britischen Thron zu besteigen waren gleich null, aber immerhin.

Das Adelsgeschlecht von Hannover verschwand mit der Thronbesteigung von Edward VII. 1902 aus der königlichen Familie. Doch seitdem herrschte das deutsche Adelsgeschlecht Sachsen Coburg und Gotha. Nach dem Tod Edwards bestieg Georg V. den Thron. Und dieser war es, der nach dem Ersten Weltkrieg das deutsche Adelsgeschlecht aus dem Titel strich und den Familiennamen Windsor, benannt nach der Stadt in der ein Schloss der Königsfamilie steht, einführte. Nachdem Deutschland die Schuld am Krieg zugesprochen bekam, wollte der englische König seine Verbindung zu Deutschland aus dem Königshaus verbannen. Aber die deutschen Wurzeln sind noch immer da, Streichung des Titels hin oder her. Prinz Philip, Ehemann der Queen, hat ebenfalls deutsche Wurzeln. Mütterlicherseits stammt er vom hessischen Landadel des Hauses Battenbergs ab, woher sich auch der heutige Familienname der königlichen Familie Mountbatten ableitet. Nachdem wir bereits Papst, dank Lena auch kurz Europa waren, sind wir nun Royals! Statt sich dafür zu schämen, dass Adoptivprinz Frederic von Anhalt am laufenden Band neue Söhne adoptiert und Prinz Ernst August an Pavillons pinkelt, blicken wir stolz nach England. Dort können wir an den Spekulationen um eine mögliche Schwangerschaft von Kate teilnehmen und uns bei Gelegenheit über die Nachricht, dass königlicher Nachwuchs ansteht, freuen.

Nach dieser kleinen Geschichtsstunde im Kurzformat wirkt die Hochzeit von Kate Middleton und Prinz William rückblickend noch romantischer. War es doch auch irgendwie unsere Royal Wedding. Was sich mir allerdings nun noch weniger als zuvor erschließt, ist die Frage, warum ich keine Einladung erhalten habe. Gehöre ich nun irgendwie auch zum Volk und Kate und William waren doch so bemüht, auch No Names einzuladen. Ehrlich gesagt, hätte ich mich neben Victoria Beckham oder dem Supermarktverkäufer hervorragend gemacht. Vielleicht flattert zur Taufe des noch nicht mal geborenen und vielleicht auch noch nicht gezeugten Nachwuchses des Paares eine Einladung in den Briefkasten. Aber falls nicht, dann bin ich ebenfalls nicht traurig. Denn immerhin bleibt mir die Gewissheit, dass ich als Fan der Royals tatsächlich zu einer königlichen Familie mit deutschen Wurzeln aufsehen kann.


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