Von Milena Schäpers 7
Til Schweiger im ARD-Tatort

Willkommen in Hamburg: Ein wenig zuviel Schweiger mit zu wenig Tatort

Zunächst einmal: Der Tatort mit Til Schweiger war gar nicht mal so schlecht. Doch ohne von vornerein geurteilt zu haben, fragen wir uns: Kann Til Schweiger auch mal jemand anderes spielen als immer nur Til Schweiger?


Wie würde ein „Tatort“ wohl aussehen, könnten wir ihn mit der eigenen Person in der Hauptrolle sehen? Ganz klar: Man wär ein cooler, charismatischer Actionheld, der schöne Frauen aus Explosionen trägt und zielsicher, mit einer Spur von Rebellion, für die Seite des Guten kämpft. Es interessiert beim Otto Normalverbraucher nur niemanden.

Til Schweigers Traum sieht wohl auch so aus, denn der ließ gestern den ARD-Tatort sprichwörtlich hochgehen. Somit wurde aus dem gemütlichen Tatort ein „tschilliger“ Hülsenfriedhof. Überraschend kam das jedoch nicht, denn Schweiger versprach den spektakulärsten ARD-Krimi aller Zeiten. 12,56 Millionen Zuschauer bekamen den auch.

 

Das war die beste Quote des „Tatorts“ seit 1993. Doch war das wirklich ein ARD-Tatort, den wir geboten bekamen? Manche wünschten sich gestern doch die grünen Uniformen und die Aktenordner zurück, wie es ein Twitter-User formulierte. Denn wer da gestern das Geballere veranlasste, war nicht Kommissar Nick Tschiller beim Hamburger Tatort, es blieb Til Schweiger, wie wir ihn bereits kennen. Selbstironisch, nuschelnd und den liebevollen Vater mimend, natürlich mit Original-Tochter Luna. Doch neben den Kritiken zu der übermäßig gebotenen Action und dem Vorschlag, Schweigers Tatort wie das Schweizer Format auch synchronisieren zu lassen, blieben die Reaktionen vorwiegend positiv.

Denn eins bot uns der Tatort „Willkommen in Hamburg“ allemal, eine Erfrischung und ein wenig Hollywood. Unser Fazit: Einmal im Jahr darf Til Schweiger im TV Gangsterbosse nachjagen und Prostituierte befreien. Den Rest des Jahres verbringen wir dann lieber mit anderen Dialekten.

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