Von Mark Read 0

Whitney Houston: peinliches Comeback in Berlin


Nach elf Jahren wollte Whitney Houston mit einem glorreichen Auftakt in der Berliner O2 Arena ihr großes Comeback feiern. Doch anstelle einer vor Energie strotzenden Soulstimme wurden die Zuschauer Zeugen einer Fremdscham auslösenden Blamage.

Zunächst schien es ein großartiger Abend in der deutschen Hauptstadt zu werden. Im glitzernd grellen Scheinwerferlicht trat eine in einem schwarzen Superheldinnenkostüm aus Leder gekleidete Diva auf die Bühne und wurde mit einem begeisterten Applaus der 10.000 Zuschauer empfangen. Whitney schien ihren Fans nicht zu viel versprochen zu haben, als sie zuvor ankündigte, dass sie gemeinsam eine „fantastische Show“ genießen werden.

Die ersten Songs und Tanzeinlagen plätscherten wohlig dahin und verbreiteten eine angenehm warme Stimmung in der sonst recht kühl wirkenden Arena. Doch dann kam die drastische Wende. Hinter der einst von zahlreichen Kritikern so hoch gelobten Ballade mit dem vielversprechenden Titel „The Voice“ verbarg sich an diesem Abend das heisere Krächzen einer schwer atmenden Whitney. Auch der Superhit „I Will Always Love You“ konnte die 46-jährige Sängerin nur in einer sehr verkürzten Version und mit einer wenig beeindruckenden Stimmgewalt zum Besten geben. Man konnte fast den Eindruck gewinnen, sie setzte die Wasserflasche weitaus öfter an den Mund als das Mikrophon. Dafür spricht zumindest auch die wohl bizarrste Performance des Abends, denn zu guter Letzt rülpste die sichtlich erschöpfte Houston noch einmal kräftig in das Mikrophon.

Spätestens zu diesem Zeitpunkt fing die Stimmung an, dramatisch zu kippen, denn während Whitney sich immer noch einbildete, das Konzerterlebnis des Jahres zu sein und sich mit kontinuierlichen Liebesbekundungen an ihre Fans und beruhigenden Lobesklopfern auf die eigene Brust selbst feierte, verließen bereits die ersten enttäuschten Besucher die O2 Arena.

Der langjährige Drogenkonsum der einstigen Souldiva scheint ihr doch mehr zu schaffen zu machen, als sie wahrhaben will, denn das einzige, was an diesem Abend beeindrucken konnte, war das Ausmaß ihres Transpirationsvolumens. Bereits in London und anderen Metropolenstädten legte Whitney Houston einen gesanglichen Bauchklatscher hin. Und als nach ihrem eineinhalbstündigen glamourösen Rülpskonzert in Berlin zum letzten Lied anstimmte, war die Arena bereits halbleer.


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