Von Nils Reschke 1
Tops & Flops

„Wetten, dass..?“ aus Bremen: Das war gut, das muss besser werden

Zum zweiten Mal moderierte Markus Lanz am Samstagabend Deutschlands bekannteste und erfolgreichste Unterhaltungsshow „Wetten, dass..?“ im ZDF. Und der Moderator wusste sich im Vergleich zu seinem Debüt in Düsseldorf im Oktober am Samstag in Bremen noch einmal zu steigern. Vieles wirkte nun ein wenig durchdachter, ein wenig routinierte – und trotzdem mangelte er der Show dennoch nicht an Überraschungseffekten.


Deutsche Unterhaltungsgrößen, die munter mitplauderten, US-amerikanische Topstars, unterhaltsame Musicacts und ein Markus Lanz, der zwar noch nicht seinen Zenit erreicht hat, aber sein zweites „Wetten, dass..?“ noch besser als bei der Premiere absolvierte: Das waren die Zutaten für fast drei Stunden sehr guter Fernsehunterhaltung. Das Gute daran ist: Es bleibt noch immer Luft nach oben. Die Show und auch Markus Lanz selbst haben noch Potenzial, um sich einen Deut zu steigern. Promipool.de fasst deswegen noch einmal die Tops und Flops von „Wetten, dass..?“ am Samstagabend zusammen und liefert auch Verbesserungsvorschläge.

Top: die internationalen Gäste

In vielen Kritiken zur zweiten Ausgabe von „Wetten, dass..?“ regiert vor allem ein Wort: „Fremdschämen“. Allerdings muss die Frage erlaubt sein, was sich diese Kritiker eigentlich erdreisten, Tom Hanks oder Halle Berry zu unterstellen, sie hätten sich drei Stunden lang einfach nur gelangweilt oder wären sich gar auf der Couch vera...t vorgekommen? Die beiden US-Stars kamen publikumsnah rüber. Halle Berry plauderte direkt mit Barbara Schöneberger übers Babykriegen. Hanks lieferte so manchen Klamauk. Selbst wenn es so gewesen wäre: Sie sind auch gekommen, um ihren neuen Film zu promoten. Und sie kamen beim Publikum mit ihrer offenen Art gut an – und zwar ohne Starallüren. Das zählt. Sonst nichts.

Flop: die Stadtwette

Mir Düsseldorf und dem Bundesliga-Emblem der Fortuna hatten sich die Macher von „Wetten, dass..?“ wirklich eine gute Idee ausgedacht. In Bremen allerdings hatte die Stadtwette rein gar nichts mit der Hansestadt zu tun. Einhundert Menschen wurden gesucht und gefunden, die den YouTube-Klickgiganten performen sollten: der Gangnam-Tanz des koreanischen Rappers Psy goes Bremen. Was bitteschön hat das mit dieser bezaubernden Stadt zu tun? Pech vielleicht, dass die Programmverantwortlichen eine Stadtwette mit oder über Werder Bremen von vorneherein verspielt hatten, denn Fußball gab es ja schon in der letzten Sendung. Aber diesen Gangnam-Dance als Aufmacher zu wählen, passte zu Bremen, wie „Stadt-Pate“ Jorge Gonzales, der Trainer der Topmodels, ins Tor von Werder.

Top: der Wettkönig und sein Beitrag

Der heimliche Höhepunkt dieser Show war zweifelsohne der Berliner Dennis Schleußner, der mit seinem Jo-Jo Tischdecken herunterzog, ohne dabei das gute Porzellan zu zerdeppern. Die Wette klappte haarscharf, während Tom Hanks genüsslich vom Kuchen kostete. Köstlich! Im doppelten Wortsinn. Heil blieb das Porzellan dennoch nicht, denn die Promis machten einen auf Kindergeburtstag und zerschlugen selbst Teller und Tassen. Dass zuvor ein Faden eines Jo-Jos riss und haarscharf Markus Lanz und David Garret verpasste, sorgte für einen weiteren unfreiwilligen Showeffekt. Aber: Auch die anderen Wetten waren durchaus unterhaltsam. Und alle Kritiker sollten sich vielleicht an Samuel Koch erinnern und welche Form der Wetten eben nicht mehr erwünscht sind. Besser so!

Flop: die Showacts

Versteht uns nichts falsch. Gossip lieferten mit ihrer schwergewichtigen Frontfrau Beth Ditto einen sehr guten Auftritt. In ihrer Hit-Single „Move in the Right Direction“ steckt eben viel Groove. Robbie Williams für den Opener zu gewinnen, war eine tolle Idee. Auch während seiner Performance des neuen Songs „Candy“ bewies der charmante Brite, dass er die Rolle als Entertainer einfach raus hat. Wenn das nicht das Lieder selbst gewesen wäre, dass ein wenig an einen Gedächtnis-Beitrag für David Hasselhoff erinnerte. Sorry, aber als Sänger scheinen Robbie Williams besten Zeiten vorbei. „Feel“ oder „Angels“ – das waren Hymnen! Also fehlte der Show ein echter Kracher. Die langatmige Darbietung von „Ballet Revolucion“ konnte da auch nichts rausreißen. Von einer „Tanz-Sensation“ zu sprechen, ist übertrieben. Revolutionär sieht anders aus.

Fazit: Es war ein bunter, unterhaltsamer Abend, der hin und wieder an eine Art „Kindergeburtstag“ erinnerte. Gute, sympathische Wettpaten auf der Couch, die für jeden Spaß zu haben waren. Sehr ordentliche Musicacts. Spannende Wetten. Weiter so!


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