Von Nils Reschke 0
„Arni“ fliegt vom Platz

Werders Marko Arnautovic: War das wirklich Gelb-Rot im Nordderby beim HSV?

Zum 98. Mal standen sich am Sonntagnachmittag die großen Rivalen im Nordderby gegenüber. Der Hamburger SV siegte 3:2 – auch wegen einiger umstrittener Schiedsrichterentscheidungen. Im Fokus: Marko Arnautovic von Werder Bremen.


Den Auftakt der Rückrunde in der Bundesliga hatte Marko Arnautovic verpasst. Beim 0:5 gegen Borussia Dortmund brummte der österreichische Flügelflitzer von Werder Bremen ein Sperre nach seiner fünften Gelben Karte ab. Unter der Woche hatte „Arni“ dann eine Grippe flachgelegt, so dass Trainer Thomas Schaaf ihn im Nordderby beim Hamburger SV erst einmal auf der Bank ließ. In der 56. Minute durfte Marko Arnautovic dann doch ran und musste das Feld auch schon wieder verlassen, noch ehe Referee Thorsten Kinhöfer aus Herne abgepfiffen hatte. Was war passiert?

Kinhöfer hatte ein vermeintliches Foul von Arnautovic in einem Luftkampf mit einem Hamburger nicht nur unterbunden, sondern dem Österreicher dafür auch noch die Gelbe Karte gezeigt. Der Außenstürmer konnte es nicht fassen, schüttelte den Kopf – und täuschte dann mit einer Fußbewegung an, als wolle er den Ball wegschießen. Ob Kinhöfer es so gewertet hatte, dass Marko Arnautovic es gar auf den Unparteiischen selbst abgesehen hatte, bleibt sein Geheimnis. Nach Gelb zückte er umgehend Gelb-Rot! Schon vorher war Kapitän Clemens Fritz mit einer „Ampelkarte“ bei den Bremern vom Platz geflogen. Die zweite Gelbe konnte und musste man nach einem Foul von Fritz geben. Die erste war eher unnötig vom Schiedsrichter.

Doch es waren nicht nur die beiden Platzverweise, mit denen Thorsten Kinhöfer bei Werder Bremen und seinen Fans für ungläubiges Kopfschütteln sorgte. Der HSV war stark aus der Pause gekommen und nur Sekunden nach dem Wiederanpfiff hatte Dennis Aogo das 2:1 für die Rothosen erzielt. Das Problem: Er hatte zuvor die Hand zur Hilfe genommen, Kinhöfer hatte es nicht gesehen. Aogo hatte gut lachen: „Ich nehme das dankend an.“ Werder schnaubte vor Wut – und kassierte kurz darauf sogar das 1:3, bei dem Torschütze Rudnevs wohl knapp im Abseits gestanden hatte. Nein, an diesem Nachmittag wurden Werder und Kinhöfer ganz bestimmt keine guten Freunde mehr.


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