Von Nils Reschke 0
Marko Arnautovic

Werder Bremen: „Astronautovic“ zündet gegen Mönchengladbach den Raketenturbo

Was haben sie nicht schon alles an der Weser geschimpft über ihren Superstar. Marko Arnautovic habe Fähigkeiten wie kaum ein zweiter Fußballer im Kader von Werder Bremen. Nur gezeigt hat er die nur ganz selten. Doch gegen Gladbach schlug die Stunde des Österreichers. Und wie!


Mehr als 25 Jahre liegt der höchste Auswärtserfolg von Borussia Mönchengladbach zurück. Mit 7:1 feierten die Fohlen am 21. März 1987 einst im Bremer Weser-Stadion diesen Rekordsieg. Und seitdem? Herrscht absolute Flaute! Zwar kickten die Gladbacher zwischenzeitlich auch kurze Zeit in der zweiten Liga, aber bei Werder Bremen gewann die Borussia bislang nie wieder. Dass sich das auch am Samstagabend beim Topspiel des achten Spieltags in der Bundesliga nicht änderte, lag vor allem an einen Spieler, der sich vom Pflegefall mittlerweile zu einem echten Musterprofi und Familienmenschen zu entwickeln scheint: Marko Arnautovic.

Der Österreicher war der gefeierte Mann im Weser-Stadion. Beim 4:0 (2:0)-Sieg der Grün-Weißen erzielte er zunächst den wichtigen zweiten Treffer höchstpersönlich. Nach einem tollen Pass von Aaron Hunt lupfte Arnautovic den Ball quasi mit dem Pausenpfiff über Marc-Andre ter Stegen hinweg zum 2:0 in die Maschen. Entsprechend groß fiel auch der Jubel nach seinem ersten Saisontreffer überhaupt aus: „Meine Frau hat gesagt, dass es Zeit wird, dass ich meiner Tochter ein Tor schenke.“ Sieben Monate hatte der Werder-Ösi nun nicht mehr getroffen. Am Samstagabend war es dann endlich so weit. Aber damit war die Gala des Flügelflitzers noch lange nicht beendet.

Spektakulär bereitete er das 3:0 vor, bei dem „Astronautovic“ die Rakete zündete, über das halbe Feld sprintete. Und als ihn schließlich zwei Gladbacher Verteidiger eingeholt hatten, narrte Marko Arnautovic gleich beide, flankte mustergültig auf den gerade erst eingewechselten Niclas Füllkrug, der zum 3:0 einschoss. Das Weser-Stadion stand Kopf und spendete bei seiner Auswechslung Beifall mit stehenden Ovationen. Aber noch war ja noch nicht Schluss. Arnautovics Kollege in Österreichs Nationalelf, Zlatko Junuzovic, hatte noch einen Pfeil im Köcher. Toll, wie „Juno“ das Leder mit der Hacke aus der Luft nahm, um es dann ter Stegen zum 4:0-Endstand um die Ohren zu hauen! Da klatschte dann selbst Marko Arnautovic auf der Ersatzbank Beifall. Ganz der Teamspieler eben – und schon lange nicht mehr das Enfant Terrible.


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