Von Andrea Hornsteiner 0
Blinder Kandidat bei Günther Jauch

"Wer wird Millionär"-Kandidat: "Erblinden war ein Glücksfall"

Jeffrey Noris ist der zweite blinde Kandidat bei "Wer wird Millionär". Nun sprach der 53-Jährige in einem Interview über seine Erblindung und warum diese "eigentlich ein Glücksfall" für ihn war.


Nach fast elf Jahren probiert nun erneut ein blinder Kandidat sein Glück bei Günther Jauch. Der 53-jährige Jeffrey Norris ist ausgebildete Masseur und kommt aus Nürnberg. In der letzten Folge schaffte er es schon bis zur 4000-Euro-Frage. Am achten April geht es dann für ihn auf dem Ratestuhl bei "Wer wird Millionär" weiter. Zwischenzeitlich sprach Jeffrey Norris nun in einem Interview mit "Der Welt" über seine Erblindung und auch über seinen großen Traum, den er sich mit dem Gewinn finanzieren möchte.

Der 53-Jährige ist nicht seit Geburt blind, wie er nun erklärte: "Als ich 18 Jahre alt war, habe ich das linke Auge verloren. Es war nach einem Sturz implodiert und musste operativ entfernt werden. Ende 1985 wurde das zweite Auge schwer verletzt bei einer Schlägerei, ich war damals in einer sehr schwierigen Lebensphase. Danach hatte ich zwar anfangs noch zehn Prozent Sehkraft, wusste aber, dass es immer schlechter werden würde. Das war der Tiefpunkt in meinem Leben bis dato. Seit 1992 habe ich auf dem Auge nur noch 0,2 Prozent Sehkraft, das heißt: Ich kann noch Lichtschein erkennen, wenn guter Kontrast vorhanden ist. Ich sehe keine Farben, keine Formen, keine Konturen. Aber: So makaber es klingt, ohne das Ereignis wäre ich nie Sportler geworden. Es war eigentlich ein Glücksfall."

Und Jeffrey Norris meint das auch genauso, wie er betonte: "Erst nach dem Erblinden habe ich angefangen, mich wirklich mit Sport zu beschäftigen. Heute bin ich ein Erlebnissportler durch und durch – ich laufe, radle, fahre Kajak, tauche. Ich bin dieses Jahr noch bei der "Iron Man"-WM auf Hawaii dabei. Und dann möchte ich noch nach Namibia zum 24-Stunden-Wüsten-Rennen."

Was er mit dem Gewinn bei "Wer wird Millionär" anfangen würde, weiß Jeffrey Norris schon ganz genau: "Ich möchte irgendwann am 1. Januar vom dem Atlantik aus loslaufen und radeln, immer abwechselnd, und zwar durch die Südstaaten der Vereinigten Staaten bis Los Angeles. Dort möchte ich Mitte März ankommen, um den L.A.-Marathon zu laufen. Und während dieser Tour möchte ich die Menschen aus den jeweiligen Regionen einladen, mit mir mitzulaufen und mitzuradeln, Geschichten und Kultur zu teilen – und am Ende soll ein Batzen Geld für die "Running Strong Foundation" für Jugendliche mit indianischen Wurzeln rauskommen, die sich um die Bedürfnisse der indigenen Bevölkerung kümmern. Vor allem die der Jugend, die immer wieder an sozialen Schranken zu kämpfen hat. Ich möchte zeigen, welche Chance man hat etwas Gutes zu tun, wenn man es gemeinsam macht."


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