Von Nils Reschke 3
Bundesliga Teamcheck

Was steckt in der „Wundertüte“ Werder Bremen?

Am 24. August ist es soweit: Dann eröffnete der amtierende Deutsche Meister Borussia Dortmund die neue Fußball-Saison 2012/13 gegen Werder Bremen. Es ist eine ganz besondere Spielzeit, denn die Bundesliga geht in ihre 50. Spielzeit. Grund genug für Promipool.de, die 18 Vereine im großen Promipool Bundesliga Teamcheck genauer unter die Lupe zu nehmen. Heute: die „Wundertüte“ Werder Bremen.


Was Werder Bremen im Sommer durchlebt hat, das ist mit dem Begriff „Blutauffrischung“ schon nicht mehr zu formulieren. Die Norddeutschen machten nicht nur einen personellen Schnitt, sondern krempelten das Team radikal um. Gehälter wurden eingespart, zahlreiche Leistungsträger gingen, Manager Klaus Allofs sondierte den Markt behutsam nach Lösungen, die Sinn machen. Problem dabei: Zu viel Geld durften die Neuen auch nicht kosten. Bislang jedenfalls scheinen die Grün-Weißen ganz ordentlich aufgestellt. Doch es bleiben nun einmal Fragezeichen, wie stark der Kader von Werder Bremen tatsächlich ist.

Welche Akteure haben den Verein verlassen?

Noch bevor die alte Spielzeit 2011/12 beendet war, jagte eine Hiobsbotschaft die nächste. Tim Wiese, Deutschlands Nationalkeeper Nummer zwei, kündigte seinen Abschied an. Nur wohin Wieses Weg führen würde, war lange Zeit unklar. Dass es dann Hoffenheim wurde, sorgte für das eine oder andere Kopfschütteln. Mit ähnlichem Unverständnis reagierten die Fans auf den Wechsel von Claudio Pizarro, der wieder zum FC Bayern München ging. Marko Marins Transfer zum FC Chelsea hingegen spülte knapp zehn Millionen Euro in die klammen Kassen. Geschockt nahm man an der Weser dann zur Kenntnis, dass auch das Abwehr-As Naldo den Verein verlassen wird. Für fünf Millionen Euro ging der Brasilianer zum VfL Wolfsburg. Aussortiert wurden darüber hinaus Sebastian Boenisch, Sandro Wagner, Mikael Silvestre und Tim Borowski. Einen Markus Rosenberg im Sturm hätte man gewiss noch gebrauchen können. Doch auch der Schwede hatte bei den Verantwortlichen an der Weser seinen Kredit offenbar verspielt.

Welche Spieler sind neu im Kader oder sollen noch kommen?

Weil das Geld rund ums Weserstadion offenbar knapp ist, begnügte man sich bei der Kaderplanung auch auf zwei Leihgeschäfte – ohne Kaufoption. Nils Petersen kommt von den Bayern und soll die Lücke schließen, die Pizarro hinterlässt. Kevin de Bruyne gilt als flexibler Offensivspieler. Der Belgier wird vom FC Chelsea ausgeliehen. Teuerster Transfer war Eljero Elia von Juventus Turin für rund 5,5 Millionen Euro. Seitdem die Verpflichtung des Niederländers klar ist, ist ebenso deutlich, dass es Bremen mit einem neuen System versuchen wird: einem 4-3-3 oder einem 4-1-4-1. Als ein gelungener Griff könnte sich der tschechische Nationalspieler Theodor Gebre Selassie für die Planstelle des rechten Abwehrmanns entpuppen. Er kostete keine zwei Millionen Euro. Ebenfalls die Defensive verstärken sollen Assani Lukimya-Mulongoti von Fortuna Düsseldorf und Keeper Raphael Wolf, der aus Österreich kommt. Nicht vergessen werden darf Sokratis, der bislang nur ausgeliehen war, nun aber fix für 4,5 Millionen Euro vom FC Genua verpflichtet wurde. Der Grieche soll nach Naldos Abgang die neue Gallionsfigur in der Bremer Abwehr werden.

Wie lief es im letzten Jahr und welches Saisonziel ist dieses Mal realistisch?

Um es kurz zu machen: Die abgelaufene Spielzeit war ein einziges Desaster. Das einzige, was die Bremer Fans milde gestimmt haben dürfte, waren die beiden Siege gegen den Nordrivalen vom Hamburger SV. Im Pokal setzte es gleich in der ersten Runde eine Blamage gegen den 1. FC Heidenheim. Dabei stand Werder Bremen nach der Hinrunde noch auf einem sehr guten fünften Rang. Doch in der Rückserie lief alles schief, die Grün-Weißen holten nur noch 13 Punkte und spielten meist wie ein Absteiger.

In diesem Jahr soll alles besser werden – und wird es auch. Wenn es Bremen gelingt, das schwere Programm zum Start erfolgreich zu absolvieren, könnte dieser Schwung mitgenommen werden und eine junge Truppe zu neuen Erfolgen tragen. Werder mischt mit im Kampf ums internationale Geschäft und steigert sich im Vergleich zur Saison 2012/13. Die Champions League bleibt ein Traum, aber Rang fünf bis acht liegt im Bereich des Machbaren.

Was sollten Fußballfans noch wissen?

Vielleicht dürfen sich Werder-Fans bald auf eine neue Hymne freuen. Mal was anderes als „Lebenslang Grün-Weiß“ oder „Wir sind Werder Bremen“, die beiden Hits, die im Weserstadion immer zu hören sind. Denn Edelfan Jan Delay hat einen solchen Song versprochen und schon fast fertig in der Schublade liegen. Den gibt es allerdings erst, wenn Bremen wieder „geil spielt“. Eine erste Kostprobe gab es beim Liga total Cup 2012, den die Mannen von Thomas Schaaf gewannen.


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