Von Mark Read 1
Er ist jetzt reich

Was macht eigentlich ... Daniel Küblböck?

Vor einigen Jahren war Daniel Küblböck Deutschlands schrillster Künstler, dann verschwand der gebürtige Niederbayer ein wenig aus der Öffentlichkeit. In dieser Zeit machte der heute 25-Jährige eine extreme Imagewandlung durch. Wir erzählen, was aus dem Drittplatzierten der ersten DSDS-Staffel wurde.


In der vorletzten Sendung der ersten Staffel von "Deutschland sucht den Superstar" Anfang 2003 flossen bei Daniel Küblböck die Tränen. Obwohl ihm wegen seines Paradiesvogel-Auftretens vor allem vom Boulevard große Siegchancen eingeräumt worden waren, wurde Küblböck letztlich "nur" Dritter. Was ihn allerdings nicht daran hinderte, eine erfolgreiche, wenn auch kurze Pop-Karriere zu starten. Dieter Bohlen nahm den extrovertierten, langhaarigen, damals erst 17-Jährigen unter seine Fittiche und schrieb ihm debile Blödelnummern wie "You Drive Me Crazy" und "Heartbeat" auf den Leib. Damit erreichte Küblböck Platz eins und zwei der deutschen Charts und wurde zum schrillen Star, der von den Mädels angehimmelt und von fast allen anderen erbittert gehasst wurde. Klar, dass sein Debütalbum "Positive Energie" gnadenlos verrissen wurde. Fast noch schlimmere Kritiken bekam Küblböcks erster Kinofilm.

"Daniel, der Zauberer", ein halbbiografischer Streifen, kam im August 2004 in die Kinos und floppte. Da hatte der einstige Chartstürmer sein einschneidendes Erlebnis schon hinter sich. Im Februar 2004 hatte ein von ihm gesteurtes Auto in Niederbayern einen Gurkenlaster gerammt. Küblböck hatte zu diesem Zeitpunkt noch keinen Führerschein und trug selbst schwere Verletzungen davon. Er erholte sich jedoch, wurde allerdings zu einer hohen Geldstrafe und gemeinnütziger Arbeit verurteilt. Ab da war der Hype um den flippigen Sänger vorbei. Mittlerweile waren andere DSDS-Lieblinge nachgekommen, und Küblböck sah sich ein wenig ins mediale Abseits gedrängt.

2005 erschien ein zweites Album namens "Liebe Nation", das allerdings nur noch auf Platz 54 der Charts kam. Küblböck versuchte hier, sich dem Trend der deutschsprachigen Popmusik anzupassen, den Bands wie Juli und Silbermond in Gang gesetzt hatten. Küblböck ging im selben Jahr kurz in den "Big Brother"-Container, um wieder Aufmerksamkeit zu bekommen, sah dann aber offensichtlich ein, dass ein Imagewandel her musste. Von da an wandelten sich Auftreten und Äußeres des einst so schrillen Musikers völlig. Küblböck macht mittlerweile nicht mehr dumpfen Mitsing-Pop, sondern versucht sich an Jazz, Blues und Swing. 2007 veröffentlichte er sein erstes Jazzprogramm auf DVD. In die Charts kam er zwar nicht mehr, doch mittlerweile kann Küblböck auf eine eingeschworene Fangemeinde bauen, und auch die Kritiker sind ihm gegenüber nun deutlich wohlwollender.

Am überraschendsten ist jedoch sein Aufstieg zum Unternehmer. Das Geld seines ersten Plattenvertrags hatte Küblböck nämlich nicht in Autos und Frauen investiert, sondern in den Bau einer Solaranlage gesteckt. Mittlerweile beliefert mit seiner Ökostrom-Unternehmer viele Haushalte im Raum Passau und verdient jeden Monat eine dicke Stange Geld. Er ist jetzt ein seriöser, erfolgreicher Jungunternehmer. Welcher andere einstige Popstar kann das schon von sich behaupten? Noch vor wenigen Jahren hätte das niemand auch nur im Ansatz für möglich gehalten. Keine Frage: Von allen einstigen DSDS-Kandidaten hat Daniel Küblböck unzweifelhaft den krassesten Wandel hinter sich. Dafür gebührt ihm größter Respekt.


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