Von Milena Schäpers 0
Musik - Kolumne

Was ist denn mit der Cyrus los?

Was ist denn nur mit dieser Miley Cyrus los? Diese Frage stellen sich die Fans der mittlerweile sehr freizügigen Künstlerin. Dabei steckt tief in ihr drinnen einfach nur ein rebellierender Teenager, der sein Publikum mit dem Elternhaus verwechselt.

Schaut, Kinder, was Miley Cyrus alles kann!

Schaut, Kinder, was Miley Cyrus alles kann!

(© Getty Images)

Miley Cyrus ist bei der Performance ihres neuen Songs „Wrecking Ball“ vor tausenden Fans in Tränen ausgebrochen. Die Klatschportale hatten schnell den Grund dafür ausgemacht: Sie verkrafte es nicht, ihren On-Off-Verlobten Liam Hemsworth endgültig verloren zu haben.

Doch scheint das nicht eher ein Wunschgedanke der Fans zu sein? Ein Teenstar, der um die unschuldige Kindheit und die skandalfreie Beziehung weint? Ein passendes Happyend wäre noch, dass das Liebes-Aus dem wildgewordenen Disney-Mäuschen die verhoffte Einsicht bringt und die Zeitungen „Hannah Montana is back“ schreiben können.

20 Jahre, zu alt für die Pubertät? Nicht wenn man keine hatte

Doch ist die Abrissbirne erstmal losgelassen, kann sie nichts mehr so schnell stoppen. Beziehen sich die Tränen und die Identifizierung mit einem „Wrecking Ball“ wirklich auf die Trennung?

 Eher wurde der Kinderstar selbst vom Werkzeug des Disney-Clans zur Abrissbirne. Vielleicht spürt die 20-Jährige einfach den Drang, den jeder normale Jugendliche spürt: Den Kopf gegen die Wände des schon früh festgelegten Werdegangs zu schlagen.

Vom Werkzeug der Musikindustrie zur Abrissbirne

Mal ehrlich: Die Meisten von uns lachen, wenn sie sich die grundlosen Rebellionsversuche gegen die Eltern erinnen. Weil sie aus der heutigen Sicht irrational und lächerlich wirken. 

Was wäre passiert, wären wir damals noch Millionäre gewesen, mit Prominenz und Macht? Und unsere Eltern gesagt hätten: „Klar, rebellier ruhig, aber mach es so, dass wir dabei noch mehr Geld verdienen“?

Würde sich dann nicht jeder, zumindestens symbolisch, nackt auf eine Abrissbirne setzen?

Kein Disneystar hat bisher einen solchen Verzweiflungsschrei von sich gegeben. Zwar hat sich Miley Cyrus noch nicht mit kahlrasierten Schädel gezeigt. Doch in ihrem neuen Music-Clip leckt sie wahrhaftig einen Hammer ab und schaut dabei lasziv in die Kamera. Hier muss man nicht lange nach einem tieferen Sinn suchen.

Keine Einsicht ohne Absturz?

Der Unterschied zwischen den normalen Teenies und Miley ist, dass es bei einem Popstar eben nicht mit Hausarrest getan ist. Während wir nur das Kinderzimmer zum Austoben hatten, hat Miley ganze Konzerthallen.

Eltern verzeihen pubertäre Wutausbrüche, doch keine schlechten Vorbilder. Das Amerika, das sich immer noch ungläubig die Augen reibt, wird Miley ohne 180 Grad-Wendung nicht vergeben.

Doch solange sie damit noch die Kassen füllt, wird sie auch nicht darum bitten.


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