Von Nils Reschke 0
Bayern in Lille

Warum Jupp Heynckes das Essen mit Uli Hoeneß absagte

Trainer Jupp Heynckes ist ein akribischer Arbeiter wie er im Buche steht. Einer, bei dem Fußball über alles steht, der nichts dem Zufall überlässt. Und so begab es sich, dass Präsident Uli Hoeneß seinen Übungsleiter eigentlich am Sonntag nach dem 5:0 bei Fortuna Düsseldorf an den Tegernsee zu einem gepflegten Essen einladen wollte. Doch Heynckes lehnte ab. Die Arbeit rief.


Gevatter Zufall überlässt Jupp Heynckes nur ungern das Feld. Also sagte er sogar das Essen mit Uli Hoeneß ab und studierte lieber noch Videos über den kommenden Gegner: OSC Lille. Der ist heute Abend ab 20.45 Uhr Gastgeber in der Gruppe F der Champions League. Ein richtungsweisendes Match für die Bayern. Denn anders als in der Bundesliga, wo der deutsche Rekordmeister gerade eben erst auch mit dem achten Sieg einen neuen Startrekord aufgestellt hat und Titelverteidiger Borussia Dortmund längst enteilt ist, lief es in der europäischen Königsklasse bislang nicht ganz nach Fahrplan.

Der Auftakt gegen den spanischen Vertreter vom FC Valencia wurde zwar von den Bayern gewonnen. Aber bei BATE Baryssau kassierte der FCB eine so sicherlich nicht eingeplante 1:3 (0:1)-Pleite und rutschte dadurch in der Gruppe F der europäischen Königsklasse hinter den Weißrussen und den FC Valencia sogar auf den dritten Platz ab. Ein ganz ungewohntes Gefühl für die Bayern, war es doch die erste Niederlage in der aktuellen Saison 2012/13. In Lille müssen die Bayern, die die heimische Liga derzeit so dominieren, also die Kurve kriegen, damit die Teilnahme am Achtelfinale erst gar nicht in Gefahr gerät.

Die Franzosen waren schon am Freitagabend in der Ligue Un im Einsatz. „Don Jupp“ und sein Trainerteam verfolgten das Match bei Girondins Bordeaux im Fernsehen. 1:1 stand es nach 90 Minuten, und OSC schaffte es immerhin noch, das 1:0 für die Gastgeber durch Obraniak in der Nachspielzeit zu egalisieren. Abwehrrecke Marko Basa hieß der gefeierte Mann auf Seiten der Gäste, dem das späte 1:1 doch noch gelungen war. Das änderte aber nichts daran, dass der Gegner der Bayern in der französischen Liga weiter auf der Stelle tritt. Rang elf ist es aktuell nach neun Spieltagen, in denen OSC Lille erst zwei Mal gewinnen konnte, allerdings bereits fünf Unentschieden auf dem Konto ansammelte. Die Tordifferenz von 11:11 Treffern steht ebenfalls alles andere als für ein spielerisches Feuerwerk. Anders als bei den Münchnern in der Bundesliga läuft es in Lille in der nationalen Meisterschaft nicht gerade optimal.


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