Von Mark Read 0
Packen's die Bayern?

Vor dem Saisonstart: Fußball-Bundesliga im Promipool-Check

Morgen geht es endlich wieder los! Die Fußball-Bundesliga erwacht aus der Sommerpause und startet in ihre 49. Saison. Fans und Verantwortliche fragen sich nun natürlich gleichermaßen: Wer darf im kommenden Mai die Schale in die Höhe recken?


Verteidigt Meister Borussia Dortmund seinen Titel, oder schlägt der entthronte Rekordmeister FC Bayern München zurück? Promipool hat die Liga unter die Lupe genommen und sich mögliche Titelfavoriten herausgepickt.

Titelverteidiger Dortmund musste den Abgang seiner Führungsfigur verkraften, hat sich dafür aber klug verstärkt. Bayer Leverkusen, Vizemeister der vergangenen Saison, verlor seinen Trainer an die Bayern, bleibt aber trotzdem gefährlich. Die Münchener haben nach der enttäuschenden letzten Spielzeit auf dem Transfermarkt zugeschlagen und unter anderem Deutschlands Nationalkeeper Manuel Neuer geholt. Zudem dürften Schalke 04, der VfL Wolfsburg und Werder Bremen nach jeweils schwachen Vorjahresleistungen wieder heiß darauf sein, oben anzugreifen. Viel Spaß mit dem Promipool-Check!

Borussia Dortmund

Der überlegene Meister der Vorsaison sieht sich selbst nicht als Favorit auf den Titel. Trainer Jürgen Klopp verweist auf den Verlust von Nuri Sahin - der türkische Nationalspieler, in der Vorsaison überragender Denker und Lenker bei der Borussia, wechselte zu Real Madrid. Doch auch ohne den großen Star bleibt Dortmund ein spielstarkes Team, das definitiv zu den heißen Anwärtern auf die Meisterschaft zählt. Denn der Stamm der Meistermannschaft blieb bis auf Sahin zusammen, und zudem agierte der BVB auf dem Transfermarkt geschickt. Mit Ilkay Gündogan kam ein talentierter Spielmacher vom 1. FC Nürnberg, mit dem kroatischen Nationalspieler Ivan Perisic zudem ein weiterer torgefährlicher Mittelfeldspieler. Nicht zuletzt ist der Japaner Shinji Kagawa endlich wieder fit. Der Shooting-Star der letzten Saison fiel fast die komplette Rückrunde wegen einer schweren Verletzung aus - nun will er wieder wirbeln und wird dies mit Sicherheit auch tun.

Bayer Leverkusen

Der prominenteste Transfer beim Vizemeister fand auf der Trainerbank statt. Jupp Heynckes ging zurück zu seiner alten Liebe FC Bayern München, dafür kam Robin Dutt vom SC Freiburg. Auf dem Platz holte die Werkself mit André Schürrle einen sehr talentierten Angreifer vom FSV Mainz 05. Wenn alles gut läuft, könnte er einer der großen Stars der Liga werden. Ansonsten setzt Leverkusen auf die Stammelf der letzten Saison - und darauf, dass Altstar Michael Ballack doch noch einmal zu alter Stärke findet. Ein Problem könnte sein, dass Nationaltorwart René Adler mehrere Monate verletzt ausfällt. Zu den Top-Anwärtern auf die Meisterschaft zählt Bayer nicht, aber das Team hat schon oft für Überraschungen gesorgt. Warum nicht auch diesmal?

FC Bayern München

Die letzte Saison würden sie in München am liebsten sofort vergessen. Erst im Endspurt sicherte sich der Rekordmeister wenigstens Platz drei, davor gab es viel Frust. Darauf haben die Bayern in der Sommerpause reagiert. Mit Jupp Heynckes kam ein alter Bekannter als Trainer zurück, der nach der chaotischen Ära von Louis van Gaal wieder für Ruhe und Konstanz sorgen soll. Außerdem holte der FCB trotz massiver Fanproteste aus den eigenen Reihen Nationaltorwart Manuel Neuer vom FC Schalke 04. Der sympathische Keeper soll eine neue Ära im Tor begründen wie einst Oliver Kahn. Weitere Toptransfers: Der brasilianische Verteidiger Rafinha (ebenfalls Ex-Schalker), der deutsche Nationalspieler Jerome Boateng (Manchester City) oder das japanische Megatalent Takashi Usami. Außerdem kam mit Nils Petersen der amtierende Torschützenkönig der zweiten Liga, der sich wohl zunächst hinter Superstar Mario Gomez einordnen muss. In der Vorbereitung zeigten die Bayern Licht und Schatten, doch die Botschaft ist eindeutig: Sie sind wieder da. Der FCB ist neben Dortmund DER Topfavorit auf den Meistertitel.

FC Schalke 04

Die Zeichen stehen auf Neuanfang: Felix Magath ist weg, das Machtgerangel mit dem Vorstand ist Vergangenheit - und die schlimme Vorsaison will man in Gelsenkirchen am liebsten komplett vergessen. Bis auf den Sieg im DFB-Pokal gab es für die Königsblauen nicht viel zu lachen. Nun hatte der neue Coach Ralf Rangnick die komplette Sommerpause Zeit, eine Mannschaft nach seinen Vorstellung zu formen. Er schickte erst einmal viele Spieler aus dem aufgeblähten Kader in die Wüste und holte nur wenige Spieler ins Team. Da nun mehr Ruhe im Verein herrscht, ist davon auszugehen, dass Schalke in dieser Saison wieder oben mitspielen wird. Zumal S04 nicht im Europacup ranmuss und so keine Doppelbelastung hat.

VfL Wolfsburg

2009 deutscher Meister, 2011 um ein Haar abgestiegen: Mit Wolfsburg ging es seit dem Weggang von Meistertrainer Felix Magath steil bergab. Nun ist Magath wieder zurück, und mit ihm die Hoffnung auf bessere Zeiten. Der strenge Erfolgscoach schmiss erst einmal den aufmümpfigen Superstar Diego aus dem Kader. Die Botschaft ist deutlich: Das Team steht im Mittelpunkt, für Ego-Trips ist kein Platz mehr. Mit diesem Mannschaftsgeist wurde Wolfsburg damals sensationell Meister. Natürlich ist äußerst fraglich, ob die Qualität im Team für einen ähnlichen Coup ausreicht. Immerhin kamen mit Stuttgarts Mittefeldspieler Christian Träsch und dem Kaiserslauterer Torjäger Srdjan Lakic zwei richtig starke Neuzugänge. Es wird für Wolfsburg definitiv aufwärts gehen im Vergleich zur Vorsaison. Fraglich ist nur, wie weit. Ganz nach oben? Es wäre nicht das erste Mal, dass Magath allen eine lange Nase zeigt.


Teilen:
Geh auf die Seite von: