Von Nils Reschke 0
Derby in Bremen

Vor dem Derby Bremen gegen Hannover: Ein Pechvogel muss zusehen

Wenn er hätte tauschen könne, er hätte sich wahrscheinlich jedes andere Match ausgesucht. Nur nicht eben dieses. Denn bei seinen alten Mitstreitern von Werder Bremen darf Christian Schulz nicht auflaufen. Es wäre ein so schönes Jubiläum gewesen.


Am Sonntagnachmittag ist im Bremer Weserstadion mal wieder Derby-Time. Zwar handelt es sich dabei nur um das „kleine“ Nordderby zwischen Werder und Hannover 96. Aber das wusste in der Vergangenheit stets zu gefallen, zumal dieses Duell eine eingebaute Torgarantie zu haben scheint. Im Hinspiel setzten sich die Niedersachsen mit 3:2 durch. Und auf das Rückspiel hatte sich ein Spieler der 96er ganz besonders gefreut. Christian Schulz nämlich verlebte weit mehr als die Hälfte seiner Karriere als Fußballer bei den Grün-Weißen an der Weser. Das Spiel bei Werder wäre zudem sein 250. Match in der Bundesliga gewesen. Wo könnte man ein Jubiläum besser feiern als in seiner alten Heimat, wo Christian Schulz noch viele Freunde hat?

Markus Schmidt hieß der Mann, der Christian Schulz sein Jubiläum ausgerechnet im Weserstadion vermasselte. Am vergangenen Wochenende hielt der Referee Schulz beim 2:2 gegen den FC Augsburg den Gelben Karton unter die Nase. Es war seine fünfte, was Konsequenzen hat: Gegen Werder ist der Ex-Bremer damit gesperrt und darf nicht mitspielen. Dabei wäre es nicht nur nach Zahlen ein besonderes Spiel gewesen: Das Duell der beiden norddeutschen Teams ist immens wichtig für einen Platz, der zum Mitspielen in der Europa League im nächsten Jahr berechtigt. Hannover hat die Bremer Patzer zuletzt genutzt, liegt nur noch einen Punkt hinter den Hanseaten und könnte diese mit einem Auswärtserfolg überrunden.

Doch nicht nur der gesperrte Christian Schulz weiß: In Bremen haben die Niedersachsen in der Geschichte der Bundesliga erst ein einziges Mal in 23 Spielen gewinnen können. Am 22. März 2002 war das, als Fredi Bobic einen Doppelpack schnürte und somit das 1:0 von Ailton noch in ein 2:1 für Hannover drehte. Da spielte „Schulle“, wie er vom Bremer Anhang stets liebevoll gerufen wurde, noch auf der anderen Seite für „seine“ Bremer. Damals war es erst sein viertes Bundesligaspiel. Am Sonntagnachmittag wäre es sein 250. gewesen – wenn da nicht die fünfte Gelbe Karte gewesen wäre.


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