Von Nils Reschke 0
Bundesliga Teamcheck

Von wegen Tote Hose: Fortuna Düsseldorf zurück in der Bundesliga

Am 24. August ist es soweit: Dann eröffnete der amtierende Deutsche Meister Borussia Dortmund die neue Fußball-Saison 2012/13 gegen Werder Bremen. Es ist eine ganz besondere Spielzeit, denn die Bundesliga geht in ihre 50. Spielzeit. Grund genug für Promipool.de, die 18 Vereine im großen Promipool Bundesliga Teamcheck genauer unter die Lupe zu nehmen. Heute: die Fortuna aus Düsseldorf.


Ob Fortuna Düsseldorf tatsächlich in der Bundesliga spielen würde, war lange Zeit nicht sicher, obwohl sich die Rheinländer in der Relegation gegen Hertha BSC aus der Hauptstadt durchgesetzt hatten. Aber der Platzsturm der eigenen jubelnden Fans beschäftige danach noch lange die Richter, ehe diese festlegten: Ein Wiederholungsspiel wird es nicht geben. Und damit war es auch amtlich: Fortuna Düsseldorf kehrt zum ersten Mal nach 1996/97 zurück ins Oberhaus des deutschen Fußballs. Somit ist auch die lange Leidenszeit der Fans beendet, die es ertragen mussten, dass ihr Lieblingsverein zwischenzeitlich sogar in die Ober- und Regionalliga abgestürzt war.

Welche Akteure haben den Verein verlassen?

Die Düsseldorfer Flucht im Sturm: Top-Torjäger Sascha Rösler (13 Treffer) hat den Verein verlassen und lässt seine Karriere nun beim Drittligisten Alemannia Aachen ausklingen. Auch die Mittelstürmer Ranisav Jovanovic und Adriano Grimaldi haben sich verabschiedet. Angreifer Thomas Bröker, der in der abgelaufenen Saison acht Tore erzielte, stürmt nun beim 1. FC Köln. Besonders schwer wiegt aber der Abgang von Innenverteidiger Assani Lukimya-Mulongoti, dessen Dienste sich Bundesligist Werder Bremen sicherte.

Welche Spieler sind neu im Kader oder sollen noch kommen?

Mit der Mannschaft, die den Aufstieg in der abgelaufenen Spielzeit geschafft hatte, hat Fortuna Düsseldorf anno 2012/13 nur noch wenig gemeinsam. Trainer Norbert Meier durfte einiges investieren, um ein neues Team zu formen, das nach seinen Ansichten auch in der Bundesliga bestehen kann. Für das Tor wurde Fabian Giefer, das 22-jährige Talent von Bayer Leverkusen geholt. Tobias Levels, der bereits ausgeliehen war, verpflichtete Fortuna als rechter Verteidiger nun fix. Du-Ri Cha von Celtic Glasgow soll vor Levels für Dampf sorgen. Nando Raffael in vorderster Front und Axel Bellinghausen im linken Mittelfeld kommen beide ablösefrei vom FC Augsburg. Dani Schahin wurde als Alternative im Sturm von Greuther Fürth verpflichtet. Stefan Reisinger vom FC Freiburg könnte hinter Stoßstürmer Raffael als hängende Spitze einen Stammplatz erobern. Bis auf Giefer hat Norbert Meier die Defensive kaum verändert. Lediglich Innenverteidiger Bruno Soares vom MSV Duisburg könnte sich neu in der Stammelf etablieren. Ein Verteidiger soll noch kommen. Heißer Kandidat: Stelios Malezaz von PAOK Saloniki. Auch Linksverteidiger Sebastian Boenisch wird immer wieder mit den Düsseldorfern in Zusammenhang gebracht.

Wie lief es im letzten Jahr und welches Saisonziel ist dieses Mal realistisch?

Die Hinrunde der Saison 2011/12 schloss Fortuna Düsseldorf noch ohne einzige Niederlage als Herbstmeister ab, danach begann das große Zittern. Eintracht Frankfurt und Greuther Fürth überrundeten die Rheinländern, auch der FC St. Pauli und der SC Paderborn spekulierten noch auf den dritten Platz, der für die Relegationsspiele berechtigt. Am Ende zitterte sich Fortuna mit einem 2:2 in die Entscheidungsspiele gegen Hertha BSC – eine Erfahrung, die für die Bundesliga sicherlich nur helfen kann. Wie stark sich die neuformierte Mannschaft tatsächlich präsentiert, bleibt abzuwarten. Möglich, dass Fortuna Düsseldorf am Ende der 50. Jubiläums-Spielzeit als 16. wieder in der Relegation antreten muss. Der Klassenerhalt ist das Ziel.

Was sollten Fußballfans noch wissen?

In Düsseldorf wird Punk-Rock ganz groß geschrieben, denn die „Toten Hosen“ mit Frontmann Campino zählen zu den größten Fans der Fortunen, die vor nichts und niemanden zurückschrecken – auch nicht vom großen FC Bayern München und Uli Hoeneß. 1999 veröffentlichten die Hosen auf ihrem Album „Unsterblich“ den Song „Bayern“, der sich – abgesehen von München – in der ganzen Republik etablierte. Tenor: „Wir würden nie zum FC Bayern München gehen!“ Traurig dürfte man aber sein, dass der 1. FC Köln abgestiegen ist. So muss man sich weiter auf das Rhein-Derby gegen den Erzrivalen gedulden, der natürlich Spott und Häme erntete.


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