Von Nils Reschke 0
Kurioses aus der Kultserie

Von Homo-Küssen und Karriereleitern: Die „Lindenstraße“ sorgt für viel Verblüffendes

Um kurz vor sieben läuft am Sonntag die „Lindenstraße“. Das war bislang eisernes Gesetz. Doch wegen Olympia fällt die beliebte Serie innerhalb kürzester Zeit gleich zwei Mal aus. Zum ersten Mal überhaupt. Es gibt aber noch viele weitere kuriose Ereignisse und Fakten rund um die bekannteste Straße der Republik.


Auf was kann man sich heutzutage eigentlich noch im deutschen Fernsehen verlassen? Okay, die Tagesschau läuft täglich um 20 Uhr im Ersten, eine Stunde vorher werden bereits im ZDF die Nachrichten von „heute“ präsentiert. Und wahrscheinlich bombardiert Pop-Titan Dieter Bohlen noch im großväterlichen Alter seine DSDS-Kandidaten oder die, die es werden wollen, mit markigen Sprüchen unter die Gürtellinie. Aber sonst? Oh doch, Moment mal: Immer wieder sonntags läuft ja auch die „Lindenstraße“. 26 Jahre lang war das jedenfalls in der ARD alte Tradition.

Bis zu jenem 29. Juli 2012 – da fällt die Kultserie zum ersten Mal in ihrer Geschichte komplett aus! Es ist eben doch nichts mehr wie früher. Dabei war es die „Lindenstraße“, die nicht selten Fernsehgeschichte geschrieben hat mit kuriosen, aber auch nachdenklichen und interessanten Geschichten. Aber lest selbst. Promipool.de hat für euch die besten Fakten zusammengestellt.

Dass Til Schweigers Karriere einst als Jo Zenker in der „Lindenstraße“ begann, dürfte nicht nur den hartgesottenen Fans längst bekannt sein. Noch heute wird der berühmte Sohn von Andy gerne ab und an von den Darstellern erwähnt, denn Jo sei nun in Hollywood. Aber wer wusste eigentlich, dass seine langjährige Ehefrau Dana Schweiger auch schon in der Serie mitgespielt hat, wenn auch nur ganz kurz. Unter ihrem Mädchennamen Dana Carlsen spielte in zwei Folgen die Nichte von Erich Schiller, Patricia „Pat“ Wolfson aus Kanada, die ansonsten von Giada Gray verkörpert wurde.

Viele Schauspieler sind mit der „Lindenstraße“ im wahrsten Sinne des Wortes aufgewachsen, das Ensemble ist ihre Familie. So erging es beispielsweise Moritz A. Sachs als Klaus Beimer, der von Beginn an dabei ist. Es muss wohl an „Hansemann“ liegen, denn die späteren Kinder von Hans Beimer alias Joachim Hermann Luger zählen schon zum Ensemble, als sie im Grunde noch gar nicht gefragt werden konnten. Julia Stark hatte als Sarah Ziegler ihren ersten Auftritt nämlich schon, als sie gerade einmal ein Jahr alt war. „Tiger Tom“ Ziegler, dargestellt von Johannes Scheit, spielt seine Rolle sogar schon, seitdem er sieben Monate alt ist. Früh übt sich eben...

Auch für Regisseur Christoph Schlingensief, der mittlerweile ja leider viel zu früh verstorben ist, war die „Lindenstraße“ eine Art Sprungbrett auf der Karriereleiter. Zwei Jahre lang begleitete er die Serie von 1986 bis 1987 als Aufnahmeleiter. Hingegen scheint sich Irene Fischer, die die Anna Ziegler spielt, gar nicht ausgelastet genug zu fühlen und schreibt nebenbei auch noch mit an den Drehbüchern für die Serie. Ganz andere Art von Karriere machten hingegen Anna Nowak alias Urszula Winicki und Jacqueline Svilarov alias Nina „Mimi“ Beimer. Sie ließen 1998 beziehungsweise 2006 die Hüllen für den Playboy fallen.

Was die „Lindenstraße“ aber wirklich stets auszeichnete, war der Umgang mit bisherigen Tabu-Themen, die in der Serie offen angesprochen wurden. 2001 etwa erhielt die Kultserie den Lebenshilfe-Medienpreis „Bobby“ für den Umgang mit Behinderungen, denn Anna Ziegler und Hans Beimer haben einen Sohn, der unter dem Down-Syndrom leidet. Schon in den Anfangsjahren gab es in der „Lindenstraße“ hingegen den ersten Skandal: Ein Kuss zweier Homosexueller! Georg Uecker alias Dr. Carsten Flöter und Kollege Martin Armknecht, der den fiesen Robert Engel darstellte, bekamen daraufhin sogar anonyme Morddrohungen. Und der Bayrische Rundfunk verzichtete daraufhin auf die Wiederholung dieser Folge. Das prüde Bayern eben. Manche Dinge ändern sich also doch nie...


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