Von Nils Reschke 0
Der Pianist

US-Schauspieler Adrien Brody bekämpft Selbstzweifel und Depressionen

Adrien Brody wurde mit seiner Rolle in "Der Pianist" fast über Nacht zum Star. Der Film und der daraus resultierende Ruhm haben aber nicht nur positive Folgen für den amerikanischen Schauspieler gehabt. Brody spricht sehr offen über seine Probleme.


Gerade eben erst haben wir am Beispiel von Jessica Schwarz erfahren, was Schauspieler und Schauspielerinnen offenbar so alles auf sich nehmen, um eine Rolle möglichst authentisch zu spielen. Schwarz hatte sich im Zuge einer Radikaldiät für die Rolle eine krebskranken Frau selbst Schwangerschaftshormone gespritzt, um Müdigkeit und Erschöpfung vorzubeugen. Jetzt meldet sich auch US-Schauspieler Adrien Brody zu Wort, dessen plötzlicher Ruhm nicht nur positiv auf ihn gewirkt habe. Im Gegenteil. Der damals erst 27-Jährige habe mit Depressionen zu kämpfen gehabt, denn eine Rolle, durch die er über Nacht zum Weltstar wurde, habe ihm alles abverlangt.

Natürlich ist die Rede von seinem prämierten Film „Der Pianist“, in dem der in New York City geborene Schauspieler die Rolle des polnischen Juden Wladyslaw Szpilman spielt. Auch Brody hat für diesen Film über 15 Kilogramm abgemagert – doch das war am Ende eher das kleinere Übel. „Ich habe riesige Veränderungen durchgemacht, sowohl körperliche als auch emotionale“, verriet Adrien Brody jetzt dem Guardian. Er habe diesen Film mit gerade einmal 27 gedreht. „Das war für mich wie ein Erwachen und der Übergang ins Erwachsensein.“ Danach sei ihm viel bewusster geworden, was Verantwortlichkeit und das eigene Glück bedeute. „Vorher habe ich das oft als selbstverständlich hingenommen“, erzählt Brody.

Der Erfolg mit „Der Pianist“ überrumpelte Adrien Brody. 2003 ging er zwar bei den Golden Globes und beim British Academy Film Award trotz Nominierung leer aus. Stattdessen erhielt Brody für seine Rolle aber den Oscar, und das mit gerade erst 29 Jahren. Er war damit der jüngste männliche Hauptdarsteller, der jemals den Goldjungen entgegen nehmen durfte. Und noch eine große Ehre wurde ihm zuteil: Als erster US-Schauspieler überhaupt durfte sich Adrien Brody über den französischen Filmpreis Cesar freuen. Aktuell gönnt er sich eine Auszeit, will nichts überstürzen in diesem schnelllebigen Business: „Ich glaube, dass es wichtig ist, von Zeit zu Zeit loszulassen und sich einfach dem, was auch immer passieren wird, hinzugeben.“


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