Von Nils Reschke 0
Filmklassiker "Psycho"

Unter der Dusche mit Scarlett Johansson

„Mutter, was hast du getan?“ Diese Frage ließ Kinozuschauer 1960 erschaudern, als „Psycho“ die Kinoleinwände eroberte und die berühmteste Duschszene der Welt Filmgeschichte schrieb. Was hinter der Kamera geschah, wird nun verfilmt. Mit Scarlet Johansson, Helen Mirren, Anthony Hopkins und James D’Arcy als irrer Norman Bates.


Wenn Marion Crane sich entblättert, um eine heiße Dusche zu nehmen, und Norman Bates exakt darauf nur gewartet hat, dann wissen Filmfreunde, was folgt: die wohl berühmteste Szene gefilmt in einem Badezimmer. Alfred Hitchcocks „Psycho“ ist einer der bekanntesten, wenn nicht sogar der bekannteste Film des Meisterregisseurs. Vor allem Anthony Perkins überzeugte damals als geisteskranker Messerschlitzer, während seine Schauspiel-Kollegin Janet Leigh nur kurz eine gute Figur machen durfte. In ihre Rollen sollen schon bald James D’Arcy sowie Scarlett Johansson schlüpfen.

Wer allerdings glaubt, es handele sich um ein plumpes Remake von „Psycho“, der sieht sich getäuscht. Denn Regisseur Sacha Gervasi widmet sich eher der Entstehungsgeschichte des Films und besetzt Alfred Hitchcock durch Anthony Hopkins in „Alfred Hitchcock and the Making of Psycho“. Eine interessante Perspektive und gewiss auch die bessere Wahl als ein neues Remake. Denn daran scheiterte bereits Gus van Sant 1998, der die berühmte Duschszene wesentlich blutiger gestaltete – und sie genau damit ihrer ungeheuren Ausdruckskraft beraubte.

Regisseur Sacha Gervasi orientiert sich deswegen mit seinen Hauptprotagonisten Hopkins, Johansson und  D’Arcy daran, was 1959 tatsächlich hinter der Kamera passierte, bis es „Psycho“ endlich in die Kinos schaffte. Denn die Bosse der großen Filmstudios hielten solch einen Stoff, für den Robert Block in seinem gleichnamigen Roman verantwortlich zeichnete, für – gelinde gesagt – ungeeignet. Als Hitchcock sich beispielsweise die Rechte am Buch sicherte, kaufte der Kult-Regisseur anschließend so viele Exemplare wie nur möglich auf, damit auch ja niemand das Ende vorher verraten konnte. Und das ist nur eine von vielen Anekdoten, die wir dann 2013 in den Kinos erleben werden. Übrigens: „Hitchs“ Frau in „Alfred Hitchcock and the Making of Psycho“ spielt Helen Mirren. Bei solch einer Starbesetzung sollte eigentlich nichts mehr schief gehen.


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