Von Milena Schäpers 0
Ganz ohne Spannung

Unser Star für Baku: Die Blitztabelle bleibt ohne Donner

Quotenmäßg lag die gestrige Folge der ProSieben-Show „Unser Star für Baku“ wieder ganz hinten beim Rennen der Castingshows. Ein Grund dafür könnte die Vorhersehbarkeit des Formats sein.


Gestern lief die dritte Sendung von „Unser Star für Baku“ und blieb wieder mal nur eine weitere Ausführung des bereits ausgeschöpften Castingtrends. Es gab zugegebenermaßen einen Unterhaltungsfaktor. Obwohl der Gesang der Teilnehmer andere Castingshows bei weitem nicht übertrifft, muss man dem Format eine Sache zugute halten.

Max Mutzke und Lena Meyer-Landrut zeigten es schon: Raab schafft es immer wieder, einen speziellen charismatischen Typen zu einer erfolgreichen Marke zu machen, auch wenn das eigentliche Talent dabei in den Hintergrund tritt.

So schafften es auch markante Teilnehmer wie u.a. Shelly Phillips, eine Abiturientin mit „eleganter Trotzigkeit“, wie Stefan Raab es in der ersten Sendung ausdrückte, mit einer freien Interpretation von „Fuck you“ (Cee-Lo Green) frischen Wind in die Show zu bringen.

Leonie Burgmeier bot auch eine außergewöhnliche Eigeninterpretation. Frech und charmant, mit schauspielerischer Glanzleistung sang sie „ I love your smile“ und war so einer der wenigen Höhepunkte der Sendung. Obwohl ihr Auftritt sehr aufregend war, und das im Gegensatz zum restlichen Verlauf der Sendung, war sie den Zuschauern scheinbar zu ungewöhnlich und flog nach langem Verweilen auf dem siebten Platz raus.

Doch auch die anderen Teilnehmer der Show „Unser Star für Baku“ mit Chefjuror Thomas D. könnten zwar besser singen, doch jeder ist für sich ein spezieller Typ - und das könnte die Show durchaus interessant machen. Wären da nicht gewisse Punkte.

Da wäre zum Einen die Bilztabelle, die eigentlich das Alleinstellungsmerkmal des Formats darstellen sollte, die aber dem ganzen Abend die wirklich benötigte Spannung nahm. Kurz nach der Hälfte der Sendung war absehbar, wer sicher dabei war. Roman Lob war schon von Anfang an Favorit der Zuschauer und der Jury. Schon bevor er überhaupt einen Ton gesungen hatte, landete er auf den Spitzenpositionen und bleib dort bis zur Entscheidung auch.

Lob schmeichelte sich wie erwartet mit „Easy“ einfühlsam und sehr musikalisch in die Herzen der Voterinnen, doch gewann größtenteils durch Symphatie.

Auch die Jury war schlichtweg sprachlos. Stefan Raab fand Auftritte „irgendwie gut“ und Thomas D. suchte zwanghaft nach guten Formulierungen. Man vermisste in diesem Moment sogar einen Dieter Bohlen, der dem Jury-Geplänkel den nötigen Pfiff verleiht und mal Klartext spricht. So plätscherte der Abend wieder mal vor sich hin - und der "Star für Baku" ist noch lange nicht gefunden.


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