Von Nils Reschke 0
Der Pool ist rund

...und am Ende gewinnt immer Borussia Dortmund!

„Fußball ist ein einfaches Spiel: 22 Männer jagen 90 Minuten lang einem Ball nach, und am Ende gewinnen immer die Dortmunder.“ Frei nach Englands ehemaligen Nationalstürmer Gary Lineker hecheln auch wir wie immer am Montag in unserer Fußball-Kolumne „Der Pool ist rund“ dem runden Leder hinterher. Mit auf dem Spielfeld: der BVB, die Bayern, Werder Bremen und natürlich der Hamburger SV. Jeder braucht eben ein Bauernopfer.


Das hätten wir also geschafft. Der erste Spieltag in der Bundesliga ist gelaufen. Mit viel Tamtam wurde die Saison, die ihr 50. Jubiläum feiert, am Freitagabend im Signal-Iduna-Park eröffnet. Seltsamerweise gab es allerdings keine Geburtstagstorte. Für die Sahnehäubchen sorgten auf dem grünen Rasen dann allerdings Meister Borussia Dortmund und – man höre und staune – Werder Bremen. Ja, die Grün-Weißen spielten richtig gut auf, ernteten hinterher überall Lobeshymnen. Als Beispielsweise auf Sky Moderator Sebastian Hellmann schnell rüberschalten wollte zu „Mein Stadion“, da ergriff Kaiser Franz das Wort.

Dem Experten Beckenbauer ging das alles so schnell: „Wollen wir nicht noch die Bremer loben?“ Kaufen konnten die Hanseaten davon freilich rein gar nichts. Sie hatten völlig verdient eine Viertelstunde vor dem Ende durch den tschechischen Neuzugang Theodor Gebre Selassie das 1:1 erzielt. Das wiederum war zu viel für „Kloppo“. BVB-Coach Jürgen Klopp machte ernst, brachte Mario Götze, und der netzte dann ganz schnell nach nur 241 Sekunden zum 2:1-Sieg ein. Dieses Mal kam der Weser-Theo den berühmten Schritt zu spät. Vorher hatte schon Dortmunds Neuzugang Marco Reus bewiesen, warum der Deutsche Meister ihn aus Mönchengladbach zurück in die Heimat geholt hatte. Raffiniert schob Reus das Leder flach ins lange Eck, so dass Werder-Keeper Sebastian Mielitz nur noch zuschauen konnte und anschließend Mitspieler Ignjovski behilflich sein durfte, dessen Beine zu entknoten.

Ja, diese Dortmunder. 29 Spiele in Serie haben sie nun schon saisonübergreifend nicht mehr verloren. Der nächste Rekord rückt näher. Den hält ausgerechnet der Hamburger SV mit 36 Partien. Davon sind die Hanseaten allerdings aktuell meilenweit entfernt. Gegen den 1. FC Nürnberg verlor der Dino der Bundesliga mit 0:1 zum Auftakt – und spielte auch wie ein Dinosaurier: unbeweglich. Ohne den Echsen an dieser Stelle nahe treten zu wollen. Eine andere Serie hielt in Hannover, wo die Niedersachsen, die in der Spielzeit 2011/12 nicht eine einzige Heimpartie verloren hatten, auch vom FC Schalke nicht besiegt wurde. Die Königsblauen waren durch einen Kopfball ausgerechnet vom Fußballzwerg Lewis Holtby in Führung gegangen – aber Neuzugang Adrian Nikci rettete den 96ern neun Minuten vor dem Ende mit seinem 2:2 die beachtliche Serie in der eigenen AWD-Arena.

Derweil probten die Aufsteiger den Aufstand. Eintracht Frankfurt machte aus einem 0:1 gegen Bayer Leverkusen noch ein 2:1 und stutzte der Werkself damit gleich zum Auftakt schon mal gehörig die Flügel. In Augsburg blieben Jim Knopf und Co. die Spucke weg, weil sich Fortuna Düsseldorf erdreistete, beim 2:0-Sieg doch glatt drei Zähler mitzunehmen. Dass die Mannen von Norbert Meier dann aber auf der Rückreise lauthals „Eine Insel mit drei Punkten“ gesungen haben sollen, hat sich bislang nicht bestätigt. Blieb noch die Spielvereinigung Greuther Fürth, für die es leider so gar nicht gut laufen wollte. Aber das ist ja auch kein Wunder. Das 52. Team, das jemals in der Bundesliga mitspielen durfte, hatte den großen FC Bayern München zu Gast. Und der spielte eigentlich wie immer. Farblos, langweilig, aber erfolgreich.

Erst schrie Thomas lauthals: „Alles Müller, oder was?“ Dann fand Fürth nicht mehr in die Spur. Also legten Mario Mandzukic und Thomas Kleine per Eigentor noch zwei Treffer zum sicheren 3:0-Sieg nach. Und so blieb nach dem ersten Spieltag irgendwie alles beim Alten: Spitzenreiter sind die Bayern. Und zwar so lange, bis Borussia Dortmund gegen den Rekordchampion ran muss oder darf – je nachdem, wie man es betrachten möchte. Denn Sie wissen ja: Am Ende gewinnen immer die Dortmunder. Oder..?


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