Von Nils Reschke 0
Randale in Dortmund

Üble Krawalle überschatten den Schalker Derbysieg beim BVB

So kann man sich irren. Alexander Klaws war einst gefeierter Sieger bei der ersten Staffel von „Deutschland sucht den Superstar“. Seit kleiner Junge ist er aber auch Fan des BVB und prognostizierte vor dem Derby: „Schalke wird chancenlos sein.“ Ein Trugschluss.


Tatsächlich nämlich war der Erzrivale vom FC Schalke 04 fast die gesamte Spielzeit über Herr der Lage im Signal-Iduna-Park und gewann das Revierderby am achten Spieltag in der Bundesliga mit 2:1 völlig verdient. Ibrahim Afellay hatte das frühe 1:0 erzielt, ehe Marco Höger direkt nach der Pause auf 2:0 erhöhte. So blieb das Anschlusstor von Robert Lewandowski aus Dortmunder Sicht nur Ergebniskosmetik. Herr der Lage war am Rande des Derbys in den meisten Fällen auch die Polizei, die Schlimmeres verzichtete. Trotzdem konnte auch sie üble Ausschreitungen nicht komplett verhindern.

Dass der FC Schalke sich am Samstagnachmittag im mit Spannung erwarteten Revierderby beim Erzrivalen Borussia Dortmund im Signal-Iduna-Park mit 2:1 durchsetzte, wurde dann leider eher zur Randentscheidung. Denn so gekracht hatte es vor einem Derby zwischen den Schwarz-Gelben und Königsblauen schon lange nicht mehr. Die Polizei hatte in Dortmund und rund ums Stadion alle Hände voll zu tun. Da flogen sogar Flaschen und Steine! Direkt vor dem Stadion hatten zum Teil vermummte BVB-Anhänger versucht, etwa 600 Schalker Fans zu attackieren, so dass die Ordnungskräfte sogar Pfefferspray einsetzen mussten.

Eine Kneipe wurde von Dortmunder Rowdies sogar komplett auseinandergenommen, um das Mobiliar gezielt als Tatwaffen einzusetzen. Vor einer anderen Kneipen warfen Dortmunder Hooligans mit Pflastersteinen. Aber auch der Schalker Anhang verhielt sich nicht gerade wie ein Knabenchor. So wurden Mülltonnen umgeworfen, auf dem Weg zum Stadion so manche gewaltsame Aktion angezettelt und natürlich auch Bengalos abgefackelt, weswegen die Polizei diese Gruppierung schließlich einkesselte, um Herr der Lage zu werden.  Doch das gelang nicht überall: „Viele Fans sind extra privat und nicht mit den Fanclubs angereist und hatten nur das eine Ziel: Krawall“, hieß es von Seiten der Polizei. Anhänger aus beiden Lagern hätten das Sicherheitskonzept bewusst unterlaufen. Dieter Keil, Einsatzleiter der Polizei: „Mit Fußballbegeisterung hat das überhaupt nichts zu tun.“


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