Von Nils Reschke 0
ESC 2012

Überraschung bei „Unser Star für Baku“: Ornella wirft Yana raus

Hoch gehandelt wurde Roman Lob vor dem Halbfinale – und wurde seiner Favoritenrolle gerecht. Hoch gehandelt wurde aber auch Yana Gercke, die allerdings scheiterte. Stattdessen präsentierte Ornella de Santis den Glamour einstiger Veranstaltungen des Grand Prix Eurovision de la Chanson.


And the winner is...: Roman Lob! Keine Sorge, verpasst habt ihr noch nichts. Zumindest nicht die endgültige Entscheidung, wer denn nun für Deutschland zum Eurovision Song Contest 2012 nach Aserbaidschan fahren wird. Aber der 21-Jährige gewann einmal mehr die Gunst des Publikums und damit auch das Halbfinale bei „Unser Star für Baku“ am Donnerstagabend auf Pro7. Lob – mit Lob überhäuft – scheint keiner stoppen zu können. Doch dass es für Vorschusslorbeeren zu früh ist, bewies die Vorschlussrunde der Casting-Show-Reihe, denn die eigentliche Überraschung war an diesem Abend eine andere und hörte auf dem Namen Ornella de Santis. Sie setzte sich gleich zwei Mal in einem Herzschlagfinale erst gegen Shelly Phillips durch, dann gegen Model-Schwester Yana Gercke. „Freuen kann ich mich noch gar nicht“, gab Ornella anschließend sichtlich bewegt zu Protokoll. Diese verteufelte Blitztabelle war auch an ihr nicht spurlos vorüber gegangen.

In der ersten Runde hatte Roman Lob, auch nach eigenem Bekunden, noch geschwächelt: „Ich habe gedacht, ich hab verkackt.“ Bei „Bad Day“ habe der 21-Jährige nicht wohl gefühlt. Sein Aufritt fiel dementsprechend in die Kategorie mittelprächtig, wenngleich die Jury um Präsident Thomas D., Alina Süggeler und natürlich Stefan Raab dies anders sahen. Gut gelang Yana Gercke unterdessen die Interpretation von „Rolling In The Deep“, während sich Ornella de Santis an eine Nummer auf Portugiesisch namens „Eu Vou Ser Mais Eu“ wagte – und dabei an die klassischen wie glanzvollen Auftritte beim einstigen Grand Prix Eurovision de la Chanson erinnerte. Besonders gut gelang allerdings Shelly ihr Auftritt, den sie mit dem „Astronautenlied“ bewältigte, eine eigene Komposition, dazu auf Deutsch. Hier lobte die Jury völlig zurecht: Toller Text, eingängige Melodie, feinfühlig interpretiert. Aber als es „um die Wurst ging“, wie Metzger Raab es wohl bezeichnen würde, fehlten die wenigen Prozentpunkte. Im letzten Moment sprang Ornella noch auf Platz drei, Shelly war ausgeschieden.

Das alles war zu viel für Yana und Ornella: Sie liefen – was die emotionale Ebene betrifft – zur Bestform auf. „If I Ain't Got You“ von Alicia Keys interpretierte de Santis so präzise und gefühlvoll zugleich, dass sie Favoritin Yana, bei der während ihrer Performance von „Skyscraper“ (Demi Lovato) sogar Tränchen kullerten, im letzten Moment noch rauskegelte. Es scheint da ein Publikum für die Außenseiterin Ornella de Santis zu wachsen, das durchaus auch Roman Lob gefährlich werden könnte. Der ließ es mit „Use Somebody“ von Kings of Leon noch einmal richtig krachen. Und wenn sich Stefan Raab und Thomas D. darin einig waren, dass diese Version besser als das Original sei, schreien viele Medien entrüstet auf. Aber diese Fassung war besser, zumindest live. Roman musste ohne opulente Bühnenshow auskommen, wie sie die Kings gerne nutzen. Und vorzeitig die Bühne verließ er auch nicht. Stattdessen steht Roman Lob nun am Donnerstagabend ab 20.15 Uhr bei der ARD gemeinsam mit Ornella de Santis im Finale. Dann fällt die endgültige Entscheidung: Wer wird „Unser Star für Baku“?


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