Von Nils Reschke 3
Ich mach mein Ding

Udo Lindenberg: Grandioser Abschluss einer ausverkauften Tour in Köln

Es gibt eine gute und eine schlechte Nachricht für alle Udo-Fans: Gestern beendete der Ober-Lindianer seine „Ich mach mein Ding“-Tour mit einem furiosen Finale. Die frohe Botschaft: Wie schon in 2008 in Hamburg wurde das Konzert in der Lanxess Arena in Köln aufgezeichnet und bald für die Heimkinos erhältlich sein.


„Ein letztes Ahoi, ich muss fort, die anderen warten schon an Bord.“ Unter tosendem Beifall verließ der Meister zu „Goodbye Sailor“ am Montagabend ein letztes Mal die Lanxess Arena in Köln. Feierabend! Ende einer grandiosen „Ich mach mein Ding“-Tour, die zum Abschluss drei Mal am Rhein gastierte – und mit jeweils 18.000 Fans restlos ausverkauft war. Wie sollte es auch anders sein? Udo Lindenbergs Tournee toppte alles, das muss einfach so gesagt werden. Panische Zeiten in Mannheim zum Auftakt, Heimatgefühle in Oberhausen, Heimspiel in Hamburg: Wo der Altrocker auch auftrat, ihm gehörten alle Sympathien seiner Lindianer. „Jetzt stehen wir hier, schwer bemüht, dass der andere die großen Tränen nicht sieht.“ Doch nicht jeder konnte sich seine Tränen verkneifen, als Udo im Zeppelin aus der Halle segelte.

Der 65-jährige Gronauer hatte zuvor noch einmal zweieinhalb Stunde alle Register gezogen. Neu an Bord kam in Köln übrigens auch Stefan Raab, der ja auch schon bei MTV Unplugged in die Drums haute. Dieses Mal durfte der „Raabinator“ wieder ran. Und zum Grande Finale waren auch Jan Delay und Clueso gekommen, damit die „Reeperbahn“ so richtig abging „wie Zäpfchen“ und „Cello“ noch einen Tick besser klang mit dem gebürtigen Erfurter an Udos Seite. Sensationell! Udo Lindenberg kann es eben nicht alleine, oder besser gesagt: Er will es gar nicht. Seit Jahrzehnten begleitet den Meister das Panikorchester, das sich in Köln ebenfalls noch ein letztes Mal auf dieser Tour von seiner Schokoladenseite präsentierte. Die Lanxess Arena in Köln ist ja berüchtigt dafür, nicht die beste Halle für Musikevents zu sein. Die Tontechnik lieferte dieses Mal allerdings ganz Arbeit. Da schmälerte nichts das akustische Erlebnis. Der Lob gebührte auch allen Lindianern hinter der Bühne, so viel steht fest. Und so sang Udo in meisterlicher Form von Herz und Schmerz: „Ich lieb dich überhaupt nicht mehr“, flunkerte der Panikrocker, erzählte von seinem „Mädchen aus Ostberlin“ und bewies: „Der Greis ist heiß“!

Ein kurzer akustischer Ausflug auf die kleine Nebenbühne war ebenso wieder im Preis inbegriffen für die Fans, von wo aus Lindenberg dann „Leider nur ein Vakuum“ und „0-Rhesus-Negativ“ performte. Von Stefan Löcher, dem Boss der Lanxess Arena, gab es danach ein Präsent zurück: den „Sold Out-Award“ für fast 50.000 Zuschauer in nur drei Tagen. Seine „Honky Tonk Show“ war stärker als zwei, unter „Hinterm Horizont“ ging es immer noch weiter: Erst nach fast drei Stunden fiel der Vorhang am Montagabend in Köln: die Tour war beendet. Udo Lindenberg sang seine letzten Strophen, das Konzert in Köln wurde aber aufgezeichnet und wird für alle Fans wohl bald auch fürs Heimkino verfügbar sein. Keine Panik! „Wenn der Wind mich jetzt auch weiter weht, auf das große Meer hinaus, musst du wissen, dass es mit uns weiter geht. Sowas kriegst du nie wieder aus dem Herzen hinaus.“ Goodbye Sailor, goodbye Udo Lindenberg! Bis zur nächsten Tour, denn nach der Ebbe kommt die Flut...


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