Von Kati Pierson 2
On Tour

Udo Jürgens: Live aus München in die Wohnzimmer der Fans

Weltstar Udo Jürgens bestreitet derzeit den zweiten Teil seiner "Der ganz normale Wahnsinn"-Tournee. Bereits im Februar und März eroberte der damals 77-Jährige die Bühnen in Deutschland, Österreich und der Schweiz im Sturm. Auch mit 78 Jahren und im Spätherbst steht er dem in nichts nach, wie er einmal mehr am Samstagabend in der Olympiahalle in München bewies.


Dabei strotzte sein Programm nur so vor Vielseitigkeit. Obwohl ich bereits das erste Konzert in München im Februar erlebte, dachte ich am Samstagabend ein ganz neues Konzert und einen einmalig guten Udo Jürgens zu erleben. Die Faszination, die Udo bereits das erste Mal bereits beim Opener bei mir auslöste, war auch dieses Mal wieder präsent. Wieder ist es dunkel in der Halle, ein Scheinwerfer lässt zuerst nur die Silouette des Pianos erscheinen. Er sucht wieder seine Noten und weckt ohne gesehen zu werden nur mit dem Titel "Noch fünf Minuten" die Vorfreude auf die nächsten 2 1/2 Stunden.

Der Vorhang hebt sich und der Applaus brandet auf als Udo Jürgens erscheint. Der Vollblut-Musiker hat alles perfekt geplant. Von der ersten Note bis zum Schlussakkord. Der Mann weiß einfach, was er will und welche Emotionen er beim Publikum auslösen möchte.

Der erste Teil lädt zum Denken und Träumen ein. "Dafür brauch ich Dich" haucht er seinem Publikum entgegen und er hat sie noch nicht gefunden, "Die Frau, die ich nie traf". Ich schwöre, es gab keine Frau in der ganzen Olympiahalle, die nicht bei "Wenn ein Lied so wär' wie Du" dachte sie sei gemeint! Wenn ich mich nicht verschaut habe, dann waren sogar die Männer neben mir versucht ihm zu glauben.

Aber auch typisch Udo wurde es wieder gesellschaftskritisch und sarkastisch. Klimawandel, Wirtschaftskrise, Facebbok und Twitter weiß der Entertainer so zu verpaacken, dass unwillkürlich ein Lächeln über die Lippen der Menschen im Saal huscht. Zu nah an der Wahrheit und dem täglichen Leben ist Udo Jürgens als das dieses Lächeln sich verbergen liesse.

Udo Jürgens zog die Zuschauer in seinen Bann. Dabei wurde der Entertainer begleitet vom Pepe Lienhard Orchester und dem Big Band Sound von dem A Capella Quartett "The Voices". Bereits im ersten Teil zog er mit dieser Besetzung alle Register.

Im zweiten Teil folgt dann das, was alle von ihm erwarten. Es kommen die großen Hits. Keinen hält es mehr auf den Stühlen und bei "Griechischer Wein", "Mit 66 Jahren" und "Ich war noch niemals in New York" gibt es kein Halten mehr. Vor mir seh ich kaum noch Udo Jürgens. Er wird verdeckt von tausenden Händen, die sich in den Himmel erheben und klatschen oder sich ihm entgegen strecken.

Er singt, schüttelt Hände und spielt Klavier. Tanzt und strahlt mit den Scheinwerfern um die Wette. Erst im Smoking, dann in Weste und am Ende im bademantel. Wen sie am Samstagabend auch in der Olympiahalle waren, dann hoffe ich, dass sie sich feinn gemacht hatten. Denn Sie wurden gefilmt. Das Konzert wurde genauso wie das gestern in Ulm aufgezeichnet. Es wird am 30. November auf DVD im Handel erscheinen. Udo Jürgens kommt in ihr Wohnzimmer und spielt dieses Kozert wieder und wieder für sie.

Ich werde jetzt selbst mal schnell auf Amazon nachschauen und die DVD ansehen, denn ich glaube ich werde wieder ein ganz neues Konzert erleben. Diese Magie hat eben nur Udo Jürgens - selbst beim 300 Mal sehen - ist alles immer wieder neu und einmalig.


Teilen:
Geh auf die Seite von: