Von Kati Pierson 0
Reingehört

Udo Jürgens: "Der ganz normale Live-Wahnsinn" auf einer Doppel-CD

Es war das Live-Konzert-Ereignis des Jahres. Udo Jürgens und seine 23. Konzerttournee durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Im Winter und im Herbst erfreut der Wahlzüricher die Menschen von Nord bis Süd. Jetzt gibt es den "Ganz normalen Wahnsinn" auf einer Doppel-CD.


78 Jahre jung und kein bisschen leiser oder weniger anspruchsvoll. Das ist Udo Jürgens. "Der ganz normale Wahnsinn" das war seine Live-Tournee in diesem Jahr. Jetzt ist die Doppel-CD dazu im Handel, die in München und Ulm aufgezeichnet wurde. Nur wenige Stunden nach dem letzten Konzert dieser Wahnsinns-Tournee gab Udo Jürgens ein sehr umfangreiches Interview mit Horst Senker.

So verriet der Sänger, wie es ihm nach einer Tournee geht: "Es geht mir sehr gut, und gleichzeitig ist eine leichte Wehmut, die hat mich erfasst. Natürlich, wie immer nach einem letzten Konzert, denn man schließt Freundschaften mit den zum Teil neuen Musikern im Orchester. Auch mit den anderen ist man seit Jahren befreundet, und das Auseinandergehen ist auch immer ein schmerzlicher Vorgang. Da und dort fließen Tränen an dem Abend, wenn wir uns dann in der späten Nacht verabschieden. Alle fahren in verschiedene Richtungen in ganz Europa, und das ist immer auch ein schmerzlicher Moment."

Auf der Doppel-CD und in den Konzerten betonte Jürgens, dass ihm der Titel "Schenk mir einen Traum" sehr wichtig sei. Diesen Traum hat ihm das Publikum nach seinen Aussagen geschenkt: "Dieser Traum, den hat mir das Publikum geschenkt, das ist ja überhaupt etwas, dass die Leute nicht so richtig begreifen. Man sagt, warum machen sie das noch, also, als wenn das eine Strafe wäre, auf die Bühne zu gehen und seine eigene Musik zu spielen mit einem wunderbaren  Orchester mit großartigen Musikern und Solisten. Das ist ein Geschenk, das machen zu können und zu dürfen und dann noch die Gewissheit zu haben, dass man ein riesiges Publikum hat. Hunderttausende Menschen, die kommen, um das zu hören.

Ich meine, das muss man sich mal vorstellen. Ich meine, die Alternative dazu ist, dass ich zuhause hinterm Ofen sitze und ich weiß nicht, die Katze streichle, ein Buch lese, das tue ich ja auch, was ich da zurückbekomme von dem Publikum, die da an der Rampe stehen, erfüllt von Emotionen der Freude, aber auch der Nachdenklichkeit oder mit feuchten Augen, das ist so unglaublich, da geht man von der Bühne weg und ist erstmals eher nachdenklich so eine Stunde lang und muss auch wieder von den Freunden, die man dann hat, aufgefangen werden. Was man da sieht, ist hochgradig bewegend, da geht man nicht gleichgültig von der Bühne weg. Jedenfalls in meinen Konzerten ist das so."

Das er wirklich nicht mit Gleichgültigkeit auf der Bühne steht, dass sieht man in den Konzerten. Mit Perfektion und Stil und trotzdem mit einer leichten und lockeren Art ist jedes Konzert anders und immer wieder ein Hörgenuss. Diesen Hochgenuss erlebt man auch auf dem Doppel-Album "Der ganz normale Wahnsinn - Live".


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