Von Kati Pierson 0
Preis für Jürgens-Film

Udo Jürgens: Bambi für "Der Mann mit dem Fagott"

Udo Jürgens (77) bekam gestern Abend den Publikums-Bambi 2011für seinen Mehrteiler "Der Mann mit dem Fagott". Trotz verhältnismäßig geringen Einschaltquoten schaffte es der Film die anderen vier Filme auf die Plätze zu verweisen.


"Der Mann mit dem Fagott" ist die Geschichte der Familie Bockelmann. Udo Jürgens ("Aber bitte mit Sahne", "Mit 66 Jahren", "Griechischer Wein") seines Zeichens Schlagersänger hat für diesen Bestseller und den Mehrteiler der ZDF mindestens 15 Jahre recherchiert. Sein bereits 1999 erschienenes Buch "Unterm Smoking Gänsehaut" war schon sehr ausführlich, was sein Ausführungen zu seiner Familie und seinen Wurzeln betraf.

In "Der Mann mit dem Fagott" geht es dann weniger um ihn als viel mehr um die Geschichte seiner ganzen Familie, die im Film als Erinnerungen und Rückblenden von Udo Jürgens dargestellt wird. 2010 nach einem erfolgreichen Konzert sitzt ein Udo Jürgens in einer leeren Halle. Sein Tourmanager berichtet ihm, das ein Mann aus Moskau ihn versucht hätte zu erreichen. Es ginge um eine Bronzestatue.

Bremen 1891 - Heinrich Bockelmann hat kaum Geld und sieht in Deutschland keine Perspektive mehr. Er hört auf dem Weihnachtsmarkt einen Fagottspieler, der eine russische Weise spielt. Dieses Stück verzaubert ihn so sehr, dass er auswandet und in Russland sien Glück versucht. Dort wird er für seinen Mut belohnt. Er findet eine wunderbare Frau und wird ein angesehener Bankier. Es werden Kinder geboren, darunter auch der Vater von Udo Jürgens - Rudolf Bockelmann.

Im Film wird diese Familie jetzt durch die Zeit des 1. Weltkriegs, des 2. Weltkriegs, der Wirtschaftskriese und vielen anderen geschichtlich-bedeutenden Ereignissen begleitet. Wobei die Ereignisse zwar dargestellt werden, aber mehr eine Rolle am Rande einnehmen. Es ist erstaunlich wie sehr ein Film über eine Zeit berichten kann und sich doch auf das Schicksal einer Familie zu besinnen weiß. Es sind die Handlungen der Haupt- und Nebenfiguren, die die Geschichte der Welt in den Hintergrund treten lassen. Da ist der Vater von Udo Jürgens, der sein Leben riskiert um seiner Gemeinde in den letzten Kriegsjahren beizustehen. Der Großvater von Udo Jürgens verzeiht seinem Verräter und flieht unter Lebensgefahr von Russland nach Östereich.

Und dann ist da dieser russische Arbeiter auf dem Gut seines Vaters, dem sein Vater eine Bronzestatue anvertraut, die wiederum sein Vater von seiner Frau in Moskau geschenkt bekommen hat. Dieser Mann, der mit der Familie nichts zu tun hat, schafft diese Statue in den Kriegswirren nach Moskau und beschützt sie dort bis 2010. Er wendet sich an Udo Jürgens, damit dieser die Statue endlich wieder zurück zur Familie bringen kann.

Mit dieser Geschichte setzt sich Udo Jürgens sogar in der Publikumsgunst gegen "Die Säulen der Erde" durch. Der Film kostete 11 Millionen Euro und Udo Jürgens wurde mit diesem Meisterwerk vom ZDF zu seinem 77. Geburtstag im September diesen Jahres geehrt. Der Promipool gratuliert dem Altmeister ganz herzlich zu seinem vierten Bambi.


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