Von Stephanie Neuberger 0
Das Ende naht

"Two and a Half Men": Charlie Sheen verabschiedet sich vom deutschen TV

Charlie Sheen war mit seiner Rolle als Charlie Harper in der Serie "Two and a Half Men" wohl so erfolgreich und beliebt wie selten zuvor in seinem Leben. Doch dies ruinierte er mit seinen Eskapaden und verabschiedet sich nun endgültig von der Serie. Warum mich dies traurig und froh stimmt, erfahrt ihr in der Kolumne.


Ich bekenne hiermit, dass ich ein echter Fernseh- und Serienjunkie bin. Ob Sitcoms, Vampirserien, Ärtzeserien, Soaps oder Remakes. Alles bekommt von mir erst einmal eine Chance. Einiges wird weiter angesehen, manches wird nie wieder eines Blickes gewürdigt. Bei "Two and a Half Men" war es nicht anders. Die erste Hürde, meinen Geschmack zu entsprechen und mich zu unterhalten, nahm die Serie mit Bravour. Und so schaltete ich immer ein. Keine Folge habe ich bisher verpasst. Die meisten sogar mehrfach gesehen. Die Geschichte ist lustig und jeder Charakter ist so wunderbar, dass ich keinen Liebling nennen könnte. Das Zusammenspiel überzeugt und es wundert auch nicht, dass die Serie für so viele Preise nominiert war.

Die Darsteller waren mir zu Beginn eher unbekannt. Zwar kannte ich Charlie Sheen, konnte mich mit "Hot Shots" aber nie anfreunden. Auch Jon Cryer war mir außer wegen "Pretty in Pink" nicht in Erinnerung. So war es irgendwie erfrischend, Schauspieler zu sehen, die noch nicht aufgrund anderer Rollen in meinem Kopf mit einem Charakter besetzt waren.

Heute verabschiedet sich die Stammbesetzung. Vielmehr verabschiedet sich Charlie Sheen aus der Serie, wenn auch nicht ganz freiwillig. Seine Eskapaden führten dazu, dass die Produktion den Schauspieler feuern musste. Da stimme ich völlig mit den Machern überein. Drogen und Alkohol haben leider das Leben von Sheen übernommen. Schon immer hatte Charlie Sheen mit seiner Rolle als Charlie Harper Ähnlichkeit. Beide sind einem Glas Alkohol nicht abgeneigt und haben  eine enorme Schwäche für Frauen. Doch während es in der Serie lustig ist, hat das Leben vom echten Charlie leider keine lustigen Züge. Es ist meiner Meinung nach traurig, welchen Lebenswandel er gewählt hat.

Vor allem in der jetzigen Staffel, deren letzte Folge mit Charlie Sheen heute Abend bei ProSieben läuft, sah man dem Schauspieler seinen ungesunden Lebenstil an. Ich war erschrocken, wie kaputt Sheen wirkt. Auch konnte ich mich nicht dagegen wehren, den Eindruck zu gewinnen, dass alle nur noch um den 46-jährigen herumspielen und er zu viel mehr als kurzen Sätzen und auf der Couch zu sitzen nicht in der Lage ist.

Dem Abschied von Charlie Sheen von "Two and a Half Men" sehe ich daher mit gemischten Gefühlen entgegen. Zum einen bin ich traurig, dass die Serie, die mich so viele Jahre unterhalten hat, nie wieder so sein wird, wie sie war. Charlie Harper gehörte als fester Bestandteil dazu. Zum anderen freue ich mich auf Ashton Kutcher, der eine neue Facette in die Sendung bringen wird. Ich bin auch erleichtert, dass sich der persönliche Lebenswandel von Sheen nicht mehr so deutlich in der Serie niederschlagen wird.

Es heißt doch: Jedes Ende ist auch ein neuer Anfang. Dies gilt auch für "Two and a Half Men". Während heute die letzte Folge mit Charlie Sheen ausgestrahlt wird, kommt im Januar bereits die frische Staffel mit Ashton Kutcher.


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