Von Nils Reschke 0
Ich mach mein Ding

Tourauftakt in Mannheim: Udo Lindenberg begeistert mit furiosem Konzert

Seine 65 Jahre sieht man ihm vielleicht rein äußerlich an. Doch die 11.500 Zuschauer merken nichts davon, wenn Udo Lindenberg die Bühne betritt. Ein Panikrocker in Bestform lässt auf eine grandiose Tour hoffen. Er macht eben immer sein Ding.


Die Mannheimer SAP-Arena ist am Samstagabend bis auf den letzten Platz restlos ausverkauft. Und als nach drei Stunden und 27 Songs die Halle bei „Andrea Doria“ und „Sonderzug nach Pankow“ fast zu Beben scheint, entschwindet Udo Lindenberg in Bestform wie so, wie er zum Auftakt seiner „Ich mach mein Ding“-Tour 2012 gekommen war: in einem Zeppelin. Mannheim steht Kopf, Mannheim liegt Udo zu Füßen. Mit diesem furiosen Tourauftakt präsentierte der Altmeister sein ganzes Können eingebettet in eine fantastischen Show, die viele Überraschungen zu bieten hatte – und einen Panikrocker, an dem die 65 Lenze scheinbar spurlos vorübergegangen sind.

Das Konzert begann allerdings auch mit einer kleinen Panne zu Premiere, als der Häuptling der Lindianer sich kurz in der eigenen Setlist verhaspelte. Bei satten 27 Songs sei ihm das verziehen. Welche Künstler bietet heute auf Konzerten schließlich noch einen solchen Rahmen beziehungsweise darf überhaupt auf ein schier unerschöpfliches Repertoire zurückgreifen? Udo Lindenberg darf, kann – und tat es auch. Der Deutschrocker holte sich dazu auch Clueso auf die Bühne, mit dem er „Cello“ zum Besten gab. Gleich bei zwei Liedern stand Buddy Jan Delay dem Meister zur Seite: „Ganz anders“ und „Reeperbahn“ rockten die SAP-Arena. Festes Mitglied im Tourbus ist außerdem Josephin Busch, die Hauptdarstellerin des Lindenberg-Musicals „Hinterm Horizont“, das nach wie vor mit großem Erfolg in Berlin läuft.

Der Tourauftakt von „Ich mach mein Ding“ hätte also besser gar nicht verlaufen können. Es war eine Reise durch die einzigartige Karriere von Udo Lindenberg mit neueren Songs, alten Werken und seinen gefühlvollen Balladen. Für „Wozu sind Kriege da“ holte Udo einen Kinderchor auf die Bühne, überraschend auch sein Unplugged-Einsatz mitten während des Konzerts inmitten der Stehplätze. Vor der Tour hatte Lindenberg versprochen, dass diese Tournee etwas Einmaliges werden würde. Allen Fans, die ein Ticket für die kommenden Konzerte ihr Eigen nennen, sei gesagt: Keine Panik, der Altmeister hat sein Wort gehalten.


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