Von Mark Read 0
Schweden ist raus

Tore und Dramatik: England besiegt Schweden in einem Klasse-Spiel

Bei der EM in Polen und der Ukraine ist seit gestern die zweite Mannschaft sicher ausgeschieden. Nach Irland erwischte es nun auch die Schweden, die sich in einer hochdramatischen und spannenden Partie England geschlagen geben mussten.


Fünf Tore, davon ein überaus spektakuläres und dazu eine Führung, die insgesamt drei Mal zwischen beiden Mannschaften wechselt: Keine Frage, gestern Abend kamen die Fans im Olympiastadion von Kiew und natürlich die vor den heimischen Fernsehgeräten voll auf ihre Kosten. Mit 3:2 (1:0) besiegte England den Gegner aus Schweden - für die Skandinavier um Superstar Zlatan Ibrahimovic bedeutet dies nach der Auftaktniederlage gegen die Ukraine das vorzeitige Aus.

Die Partie begann mit einer viertelstündigen Verspätung erst um 21 Uhr - Grund war das Regen-Chaos beim Spiel Ukraine gegen Frankreich in Donezk, wo man das Geschehen auf dem Rasen für fast eine Stunde hatte unterbrechen müssen. Als es dann in Kiew endlich losgegangen war, tasteten sich "Three Lions" (England) und "Trekronor" (Schweden) erst einmal ab. In der ersten halben Stunde bot die Partie, abgesehen von einigen Distanzschüssen, wenig erbauliches. Erst als Englands baumlanger Stürmer Andy Carroll eine schöne Flanke seines Kapitäns Steven Gerrard wunderbar per Kopf versenkte, fielen die taktischen Fesseln. Nach der englischen Führung drängten die Schweden nach vorne, versäumten es aber bis zur Pause, den Ausgleich zu erzwingen.

Nachdem ARD-Experte Mehmet Scholl und Moderator Reinhold Beckmann in der Halbzeitpause noch - etwas übertrieben - über die fehlende Klasse der Partie gemeckert hatten, spielten beide Teams nach Wiederanpfiff auf einmal mit offenem Visier. Kurz nach der Pause gelang Schweden der Ausgleich. Ein abgeblockter Freistoß von Ibrahimovic kam auf Umwegen zu Verteidiger Olof Mellberg. Der konnte Torhüter Joe Hart auch überwinden, doch den Ball brachte letztlich Englands Verteidiger Glen Johnson im eigenen Tor unter, der allerdings nicht viel dafür konnte. Egal - der Ausgleich in der 49. Minute war verdient, und jetzt hatte Schweden das Heft in der Hand.

In der 59. Minute war es dann wieder Mellberg, der eine präzise Freistoßflanke per Kopf zur schwedischen Führung verwandelte. Die Skandinavier hatten die Partie gedreht, nun war England unter Zugzwang. Eine Pleite hätte für die Briten das fast sichere Aus bedeutet. So brachte Trainer Roy Hodgson in der 61. Minute den Arsenal-Profi Theo Walcott ins Spiel, um die Offensive zu beleben. Walcott brauchte keine drei Minuten, um Schwedens Keeper Isaksson mit einem abgefälschten Distanzsschuss zu überwinden - 2:2! Die Partie war jetzt an Dramatik kaum mehr zu überbieten. In der 78. Minute tankte sich Walcott auf überragende Weise in den schwedischen Strafraum durch und flankte in die Mitte, wo Stürmer Danny Welbeck die Kugel im Fallen mit der Hacke ins Tor beförderte. Ein Wahnsinns-Tor, vermutlich der beste Treffer bisher bei dieser EM!

Schweden bäumte sich in den letzten zehn Minuten noch einmal auf, doch den Sieg trugen letztlich die Engländer davon und haben es nun selbst in der Hand, im dritten Spiel gegen Gastgeber Ukraine den Einzug ins Viertelfinale perfekt zu machen. Die Schweden hingegen, mit großen Hoffnungen angereist, wissen nach nur zwei Spielen, dass sie die Koffer packen müssen. Das wird dem ehrgeizigen Ibrahimovic sicherlich gar nicht schmecken.


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