Von Nils Reschke 0
ESC 2012

Tops und Flops in Baku: Anke Engelke schockt Aserbaidschan

Er wollte in die Top Ten. Am Ende wurde Roman Lob nach toller Aufholjagd in der zweiten Hälfte der Punktevergabe noch Achter. Also besser als Lena im vergangenen Jahr. Musikalisch gehörte Lob sicherlich zum Besten, was Baku zu bieten hatte. Promipool.de präsentiert euch die Tops und Flops.


Big Anke Is Watching You: Im vergangenen Jahr durfte sie noch gemeinsam mit Judith Rakers und Stefan Raab in Düsseldorf die große Finalshow beim Eurovision Song Contest moderieren. In diesem Jahr gab Anke Engelke die Punkte aus Deutschland bekannt. So weit, so gut. Doch im fernen Aserbaidschan brach so etwas wie machtlose Panik aus, als die beliebte Komödiantin ihre Punktevergabe mit den Worten einläutete: „Es ist gut, abstimmen zu können und gut, eine Wahl zu haben“, legte die schlagfertige Engelke los. „Viel Glück auf dem weiteren Weg, Aserbaidschan. Europa wird dich dabei beobachten.“ Dem Publikum in der Kristallhalle von Baku stockte der Atem – vereinzelt hörte man sogar Bravo-Rufe. Deutschland mischt sich ein. Und das ist auch gut so.

Bildergalerie: Die Top Ten des ESC 2012

Party People: Noch einmal zur Punktevergabe. Die Bekanntgabe der deutschen Jury in Person von Anke Engelke schien auch die Veranstaltung gewesen zu sein, in der die Fans so nah dran waren am Geschehen wo nirgendwo anders. Im Hintergrund wurden feucht-fröhlich gejubelt und die Fahnen und Fähnchen der Nationen geschwungen. Deutschland lebt den Eurovision Song Contest wie kaum ein anderes Land. Nicht nur Roman Lobs Auftritt war erste Sahne – eben auch die Punktevergabe vom Spielbudenplatz live von der Hamburger Reeperbahn.

Frauen-Power: Dass die Skandinavierin Loreen den Gesamtsieg mit ihrem Song „Euphoria“ zum fünften Mal nach Schweden holte, war auch ein Triumph der Musik. Es ist nicht verkehrt, wenn der eine oder andere Spaßbeitrag den bunten Reigen auflockert. Aber dass die wohl älteste Girl-Group der Welt, die russischen Omis von Buranowskije Babuschki, mit ihrem Gassenhauer „Party For Everybody“, schlechtem Englisch und ohne einen Ton zu treffen „nur“ auf Rang zwei landeten, war auch wohl besser so und tut der Ernsthaftigkeit des Eurovision Song Contests keinen Abbruch.

Germany, Ten Points: Die Höchstwertung erreichte Roman Lob kein einziges Mal. Und als er einen Blick aufs Tableau warf, nach sechs, sieben Wertungen erst ein mickriges Pünktchen eingeheimst hatte, da kamen schon Selbstzweifel auf. Er habe sich gefragt, „was ich falsch gemacht haben könnte“, sagte der deutsche Sänger gegenüber den Stern. Aber: Die Geschichte in Baku nahm ja auch so noch ein Happy End. Zehn Punkte gab es immerhin fünf Mal. Den Anfang machten die Portugiesen, die uns mit der Beinahe-Bestwertung auszeichneten. Dazu hieß es dann noch aus Irland, Ungarn, Estland und Dänemark: „Our ten points go to: Germany!“

Alles Geschmacksache: So sehr wir Anke Engelke gelobt haben – wie das Mitglied der deutschen Jury bitteschön auf den Trichter gekommen ist, das Gekreische aus Albanien einen derartigen Support zu liefern, das wird wohl ihr Geheimnis bleiben. Rona Nishliu, die Frau mit den Dreadlocks auf dem Dekolletee, schaffte es mit ihrem theatralischen „Suus“ bis auf Platz fünf der Gesamtwertung. Warum auch immer. Altmeister Engelbert hingegen überzeugte für Großbritannien mit „Love Will Set You Free“ überhaupt nicht. Im letzten Moment konnte er die Rote Laterne aber noch an Norwegen weiterreichen. Schönling Tooji war mit „Stay“ der große Verlierer des Abends. Zu denen musste sich leider auch der dänische Beitrag zählen. Schade, denn Soluna Samay überzeugte nun wirklich, fand aber beim TV-Publikum kaum Anerkennung. Ob es an der Kapitänsmütze lag?

Bildergalerie: Die Top Ten des ESC 2012


Teilen:
Geh auf die Seite von: