Von Nils Reschke 0
Sterbehilfe

Timo Konietzka: Die Bundesliga trauert um ihren allerersten Torschützen

Mit seinem 1:0 für Borussia Dortmund im Weserstadion bei Werder Bremen hat sich Timo Konietzka auf immer und ewig einen Platz in den Geschichtsbüchern des deutschen Fußballs gesichert. Jetzt starb der erste Torschütze der Bundesliga – auf eigenen Wunsch.


Am 24. August 1963 wurde im deutschen Fußball ein neues Kapitel aufgeschlagen: Die Bundesliga öffnete mit seinerzeit noch 16 Mannschaften ihre Pforten. Damals wie heute schon dabei: Der Hamburger SV, der einzige Verein, der seitdem noch nie abstiegen ist. Die Bayern aus München fehlten noch, stattdessen stürmten die Löwen von 1860 München. Und um 17 Uhr trafen sich im Weserstadion zwei ebenfalls ruhmreiche Traditionsvereine: Werder Bremen und Borussia Dortmund. In der Hansestadt schrieb wiederum ein Westfale Geschichte. Timo Konitzka schoss nach nur wenigen Sekunden das 1:0 für den BVB.

Ein letztes Mal sorgte der erste Schütze der Bundesliga im Alter von 73 Jahren jetzt noch einmal für Schlagzeilen. Denn Timo Konietzka ist tot. Er starb in der Schweiz – auf eigenem Wunsch. Der an Krebs erkrankte ehemalige Fußballspieler und Trainer schluckte im Beisein von Vertretern der Schweizer Sterbehilfeorganisation Exit einen Giftcocktail. In Deutschland ist diese Art von aktiver Sterbehilfe rechtlich nicht erlaubt. Deshalb zog er in in die Alpenrepublik. Er wolle nicht irgendwann künstlich am Leben gehalten werden, schwer krank oder an Demenz leidend, hatte Konietzka einst gesagt. Deswegen hatte der 73-Jährige auch schriftlich hinterlegt, wie er sein Leben beenden wolle.

Timo Konietzka lebte mit seiner Frau Gisela zuletzt im schweizerischen Brunnen am Vierwaldstättersee, wo das Ehepaar ein Gasthaus betrieb. Mit dem Tod hatte sich der Krebspatient schon lange auseinandergesetzt. Konietzka plante sogar seine eigene Todesanzeige, in der zu lesen ist: „Ich bin erlöst von meinen Qualen. Macht alle das Beste aus Eurem Leben! Meines war lang und doch so kurz.“ Sein Tod wird gewiss neue Dimensionen rund um die Diskussionen über aktive Sterbehilfe auslösen. Den Fußballfans aber wird Timo Konietzka vor allem als der erste Torschütze in der Bundesliga in Erinnerung bleiben.


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