Von Mark Read 0
Öffentliches Video-Statement

Thomas Hitzlsperger: "Ich kenne keine anderen homosexuellen Fußballer"

Einen Tag nach seinem viel diskutierten Outing als homosexueller Fußballer hat Thomas Hitzlsperger in einer Videobotschaft noch einmal ausführlich über seinen mutigen Schritt gesprochen. Er sieht sich als Vorreiter, beteuert aber auch, dass er keine anderen homosexuellen Fußballer kennt.

Thomas Hitzlsperger: Mutiger Schritt

Thomas Hitzlsperger bekennt sich zu seiner Homosexualität

(© Getty Images)

Klick dich hier in die Bildergalerie >

Gestern ließ Thomas Hitzlsperger (31) die Bombe platzen: Als erster prominenter (Ex-)Fußballer ging der frühere Nationalspieler mit einem Outing an die Öffentlichkeit und bekannte: Ja, ich bin homosexuell! Der 52-fache deutsche Nationalspieler sorgte damit für einen solchen Wirbel, dass unter anderem die Homepage der "Zeit", wo der Bericht exklusiv erschien, unter dem Ansturm zusammenbrach.

Die Reaktionen auf Hitzlspergers Outing waren durchwegs positiv. Prominente aus Sport, Unterhaltung und Politik gratulierten dem früheren Mittelfeldspieler, der 2007 mit dem VfB Stuttgart Deutscher Meister war, zu seinem mutigen Schritt. Andere hingegen bedauerten, dass man im Jahr 2014 überhaupt noch Mut brauche, um sich zu outen.

"Als ich allein war, dämmerte mir: Ich habe Gefühle für Männer"

In einer Videobotschaft auf seiner Homepage hat "Hitz the Hammer" nun über die Hintergründe seines Outings gesprochen. Vor allem darüber, wie schwierig es war, sich seiner sexuellen Orientierung selbst bewusst zu werden: "Es war ein langwieriger Prozess, das herauszufinden. Erst nach meiner langen Beziehung zu einer Frau, immerhin acht Jahre, als ich allein war, dämmerte mir: Ich habe Gefühle für Männer. Ich möchte mit einem Mann zusammenleben."

Andere homosexuelle Fußballer? Hitzlsperger kennt keine

Die Öffentlichkeit fragt sich nun natürlich, ob es noch andere homosexuelle Fußballer außer Hitzlsperger gibt. Er selbst sagt: "Ich kenne keinen einzigen persönlich. Und Sie brauchen auch nicht glauben, dass wir in der Kabine immer über das Privatleben gesprochen haben. Da ging es hauptsächlich um die optimale Vorbereitung auf das nächste Spiel." Auch im Kreise der Nationalmannschaft, wo man ja immer nur für wenige Tage zusammen trainiert und spielt, wurde über solche Fragen nicht gesprochen.

Zu guter Letzt richtet Hitzlsperger in seinem Video aber auch eine Kampfansage an alle Homophoben im Sport und in der Öffentlichkeit: "Sie haben jetzt einen Gegner mehr." Wir sagen: Hut ab!


Teilen:
Geh auf die Seite von: