Von Mark Read 0
Unterhaltsamer Plausch

Thomas Gottschalk plaudert offen und ehrlich mit Markus Lanz

Der frühere "Wetten, dass ...?"-Moderator traf gestern Abend vor laufenden Kameras auf seinen Nachfolger. Thomas Gottschalk war zu Gast in der Talkshow von Markus Lanz und plauderte mit dem Junior 75 Minuten lang offen und ehrlich über seine Karriere, über die Liebe und natürlich über "Wetten, dass ...?".


Markus Lanz hat immer wieder interessante Gäste in seiner Talkshow. Aus der Politik, aus dem Sport und natürlich aus dem Entertainmentbereich. Doch wohl kaum ein Gespräch wurde so sehr mit Spannung erwartet wie das am gestrigen Abend mit Thomas Gottschalk. Denn hier traf der neue "Wetten, dass ...?"-Moderator auf seinen Vorgänger - auf den Mann, der die größte deutsche Unterhaltungssendung über 20 Jahre lang geprägt hatte wie kein anderer.

Gottschalk wirkte als Gast bei seinem Nachfolger locker und entspannt. Er war um keinen Witz verlegen, scherzte und bezog das erwartungsfrohe Publikum immer mal wieder in seine Antworten mit ein. Er zeigte damit - unabsichtlich - auch, was seinem Nachfolger noch ein wenig fehlt: Diese staatsmännische, ansteckende Lockerheit, diese tollen Entertainerqualitäten. Bei Lanz wirkt das ab und zu noch etwas verkrampft, während Gottschalk die witzigen Anekdoten nur so aus dem Ärmel schießt.

So plauderten die beiden über Gottschalks Anfänge beim Studentenradio, über seinen Aufstieg bis hin zum "Wetten, dass ...?"-Moderator. Wie zwei alte Kumpels am Stammtisch tauschten sie sich darüber aus, wie anstrengend es sein kann, eine Mega-TV-Show zu planen und zu moderieren. Dass die Medien keine Gelegenheit auslassen, aus einer Mücke einen Elefanten zu machen, musste Lanz ja erst vor wenigen Wochen im "Skandälchen" um Tom Hanks und Halle Berry erfahren.

"Erst kürzlich musste sich Deutschland ja für mich entschuldigen", scherzte Lanz und Gottschalk spendete ihm prompt Trost: Das sei ihm auch regelmäßig passiert. Oft musste er sich hinter der Bühne mit wütenden Managern von Topstars herumschlagen, die der Meinung waren, Gottschalk hätte sich nicht an Abmachungen gehalten.

Es waren unterhaltsame 75 Minuten im Lanz'schen Studio, die dann am interessantesten wurden, als Gottschalk über Privates plauderte. Etwa über die Liebe zu seiner Frau Thea, die nun schon seit über 40 Jahren hält. Dabei entglitt ihm auch das wohl schönste Zitat des Abends: "Kein Mensch wird behaupten, dass man sich 40 Jahre jeden Tag Rosen streut. Aber neulich war ich mit meiner Frau in irgendeiner Kneipe und da hab ich zu ihr gesagt, ohne zu lügen: ‚Thea, ich möchte mit keiner anderen Frau der Welt an irgendeinem anderen Ort auf dieser Welt sitzen.‘"

Kennengelernt haben sich die beiden übrigens bei einem Faschingsball in München anno 1972. Gottschalk: "Ich bin kein großer Aufreißer. Und Thea war nicht das, was mir so zustand. Sie wurde aber von einem anderen Typen verfolgt und hat sich hinter mir versteckt. Und dann habe ich zu ihr gesagt: ‚Wenn du dich schon hinter mir versteckst, kannst du auch gleich mit mir tanzen.‘"

Anschließend versuchte er einfach mal sein Glück und lud sie zu einem Konzert von Deep Purple ein, für das er Karten hatte. Der Rest ist Geschichte - und zwar eine sehr schöne. Nicht nur wegen Stories wie dieser war der Plausch gestern Abend zu später Stunde bei Markus Lanz ein wunderbarer. Am Ende wirkte auch Lanz selbst sehr gelöst - so eine unterhaltsame Sendung wünscht er sich mit Sicherheit auch für den 8. Dezember. Dann moderiert er zum dritten Mal "Wetten, dass ...?".


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