Von Nils Reschke 0
Maxim Gorki Theater

Theaterstück über Robert Enkes Freitod sorgt für Schlagzeilen

Viele erinnern sich noch an diesen trüben Novembertag, als sich eine traurige Nachricht ganz schnell verbreitete: An jenem 10. November 2009 schied der ehemalige Nationaltorwart und Keeper von Hannover 96 aus dem Leben.


Robert Enke hatte den Freitod gewählt. Schwere Depressionen hatten den Torhüter, der sich an einem Bahnübergang das Leben nahm, zu dieser Verzweiflungstat getrieben.

Drei Jahre nach diesem traurigen Ereignis sorgt ein Theaterstück am altehrwürdigen Maxim Gorki Theater am Platz der Märzrevolution für großen Wirbel. Die Aufführung, die den Titel „Demenz, Depression und Revolution“ trägt und am 5. Januar Premiere feierte, behandelt exakt das Schicksal von Robert Enke.

Sie hält sich dabei sehr eng an dem Buch von Enke-Biograf Ronald Reng „Ein allzu kurzes Leben“. Und genau da fangen die Probleme an. Denn Robert Enkes Witwe Teresa hatte bei der Veröffentlichung des Buches bewusst die Rechte für eine spätere Verfilmung oder Theateraufführung ausgeklammert.

Bei der Inszenierung wird hingegen lediglich der Name Robert Enkes geändert und dessen Wohnort von Hannover in Braunschweig geändert. „Die Rechte liegen nicht beim Verlag, sondern bei Teresa Enke, die damit definitiv verhindern wollte, dass es zu dem nun eingetretenen Fall kommen konnte“, erklärt Robert Enkes früherer Manager Jörg Neblung, der jetzt auch Teresa Enkes Berater ist.

Weder der Verlag noch der Autor seien jemals gefragt worden, Teresa Enke ebenso nicht informiert, heißt es weiter. Die Witwe und gleichzeitige Rechteinhaberin wird deswegen jetzt wohl ihre Anwälte einschalten.

„Wir wollen nicht, dass die Schauspieler durch Absetzung des Stücks auf der Straße stehen“, sagt Neblung. „Aber es darf nicht sein, dass jemand ohne Legitimation ein solches Thema zum Film oder Schauspiel machen kann.“ Beim Maxim Gorki Theater scheint man sich keiner Schuld bewusst. Eine Sprecherin des Theaters meinte nur: „Frau Enke laden wir herzlich ein, eine der kommenden Vorstellungen zu besuchen.“ Eine weitere Stellungnahme gab es bislang keine.


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