Von Nils Reschke 0
Umstritten

Theaterstück über Robert Enke: Theater verzichtet auf einen Teil

In einem umstrittenen Theaterstück wird unter anderem auch der Suizid von Torwart Robert Enke thematisiert. Nun will sich das Maxim Gorki Theater erst mit Witwe Teresa Enke beratschlagen, wie es weitergehen soll.


Erst am Montag haben wir von einem Theaterstück berichtet, dass für Aufsehen sorgte. „Demenz, Depression und Revolution“ wurde am vergangenen Samstag im Maxim Gorki Theater in Berlin uraufgeführt. Im zweiten Teil der dreiteiligen Inszenierung geht es – wie der Titel schon verrät – um Depression. Und Regisseur Armin Petras bediente sich dabei offenbar der Geschichte eines prominenten Freitods: nämlich den des Robert Enke. Dessen Witwe Teresa ließ daraufhin über ihren Berater verlauten, die Inszenierung rechtlich prüfen zu lassen.

Hintergrund des Ganzen ist eine vermeintliche Persönlichkeitsverletzung. Denn das von Enke-Biograf Roland Reng verfasste Buch „Ein allzu kurzes Leben“ liefert scheinbar mehr als eindeutig die Vorlage für den besagten zweiten Teil der Aufführung.

Allerdings liegen die Film- und Theaterrechte nach wie vor bei Teresa Enke – und die wurde noch nicht einmal gefragt. Offenbar scheint auch das Maxim Gorki Theater diesen Fehler nun einzusehen und rudert zurück, will den zweiten Teil der Aufführung vorerst nicht spielen. Man bedaure, wenn die Gefühle der Witwe verletzt worden seien, hieß es.

Regisseur und Ensemble sei es einzig darum gegangen, das persönliche Schicksal Enkes in einen allgemeingültigen Fall zu überführen und so künstlerisch darzustellen. Im Stück wird Enkes Name nicht genannt, doch handelt es sich sehr wohl um einen Torhüter, der Suizid begeht.

Sein Wohnort ist Braunschweig statt Hannover. Selbst der Tod seines Kindes zuvor wird thematisiert – so wie es einst Robert Enke in schrecklicher Wirklichkeit widerfahren ist. Seine herzkranke Tochter starb mit nur zwei Jahren. Der Berliner Henschel Schauspiel Theaterverlag, der als Verwalter der Nutzungsrechte des Theaterstücks in Erscheinung tritt, sieht hingegen keine Verletzung der Persönlichkeitsrechte.


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