Von Olga Lügenscheidt 0
Olga teilt aus

"The Carrie Diaries": Der hoffentlich letzte Schrei nach Aufmerksamkeit!

"Sex and the City" war mehr als nur kult - es war für Frauen eine so wichtige Serie. Dann kamen zwei grottige Kinofilme, die das Ansehen der Serie schwer ramponiert haben. Und nun auch noch eine neue Serie, die die Hauptfiguren in den Achtziger Jahren zeigt! Zu viel für unsere Mode-Queen Olga Lügenscheidt! Hier kommt ihr Rundumschlag!


Welche Frau wurde nicht von der Serie "Sex and The City" beflügelt? Ja, gar in ganz andere Sphären gehoben? Hat diese Hommage an unsere Weiblichkeit, an unser Stilgefühl und an unsere Freundinnen nicht etwas in uns ausgelöst, das wir immer mit Carrie, Samantha, Charlotte und Miranda verbinden werden? Eine tiefe innige Ausgelassenheit mit unserem Frausein! Seit Beginn der Serie ist Sarah Jessica Paker als modisches Vorbild nicht mehr weg zu denken. Sie hat uns mit ihren ungewöhnlichen, provokanten und femininen Looks regelrecht verzaubert und uns immer Inspiration für verregnete Tage geboten. Offen und ausdrucksstark über Sex zu reden, war eine weitere wichtige Attraktion der einzelnen Episoden und hat uns selbst viel natürlicher mit dem Thema Geschlechtsverkehr, Liebe und Hormone umgehen lassen.

Genug des Liebeleigesülzes! Denn spätestens nach dem katastrophalen Desaster von "Sex and The City 2" – The Movie – ist der so graziöse Gedanke hinter der modischen Geschichten um Carrie und ihre Freundinnen tief gesunken. So eine steile und lächerliche Talfahrt ist mir noch nie zu Gesicht gekommen. Der Film war an Unnatürlichkeit, Extraversion und Langeweile nicht zu überbieten! Grotesk viele Outfitwechsel wurden ins Perverse gesteigert und das ließ keinen Raum mehr, um sich mit der damaligen Liebenswürdigkeit der vier Hauptcharaktere zu identifizieren. Wer jetzt laut aufschreit und behauptet, "Sex and The City" wäre immer schon eine bedeutungslose Aneinanderreihung von Modewerbung und oberflächlichem Exzess, dem muss ich hier leider den Mund verbieten. Für Frauen hatte diese Serie einen viel größeren Wert und zudem muss man sich einfach eingestehen, dass die früheren Outfits und Stylings wirklich jedes Mal gekonnt ausgewählt wurden. Wie viele Trends allein durch diese Serie gesetzt wurden! Leider waren aber die Filme schlicht und ergreifend nur ein Weg, um an massig viel Geld ranzukommen.

Naja, jetzt haben sie sich den nächsten Streich ausgedacht und fangen an, die Geschichte um die Paradiesvögel aus Manhattan weit zurück in den Achtzigern zu erzählen. Dafür brauchte es natürlich einen komplett neuen Cast an Schauspielerinnen, doch der alte Carrie-Style sollte bestehen bleiben, nur vielleicht etwas trashiger. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, so schockiert bin ich! Wie kann man sich ständig an einer so wunderschönen und perfekt inszenierten Geschichte vergreifen und jeden kleinen Anhaltspunkt an möglichem Entertainment aus diesem Thema auslutschen?

In den Magazinen wird die „Neue“ alias AnnaSophia Robb gelobt wie noch mal was. Dabei trägt sie eine billige Ledertasche mit Farbspritzern und ihrem Namen drauf! Und dass soll die neue, besser gesagt alte, Carrie-Kette sein? Wieso muss man um Gottes Willen jeden Trend bis zum letzten Blutstropfen aussaugen? Ich kann mir bei Weitem nicht vorstellen, dass die neue Serie "The Carrie Diaries" auch nur im Ansatz so intelligent, so satirisch, so unglaublich geschmackvoll werden kann! Was fällt den Produzenten ein, Carrie Bradshaw mit einer 18-Jährigen Blondine zu besetzten und was kann die Serie überhaupt ohne Mr. Big? Tja, wir werden es spätestens Ende dieses Jahr sehen und beurteilen können. Eigentlich sollte ich zum Boykott aufrufen, denn wir haben ja alle gesehen, was sie aus der Serie im zweiten Film gemacht haben – eine einzige Frustration und ein Label-Branding vom aller Feinsten! In diesem Sinne eine schöne Woche. Bisous.


Teilen:
Geh auf die Seite von: