Von Nils Reschke 0
EM 2012

Stimmen zum deutschen Sieg: Joachim Löw nur eingeschränkt zufrieden

Mit einem 2:0 im Rücken, das Selbstvertrauen bringt, wird Deutschlands Fußball-Nationalmannschaft die Mission EM 2012 in Angriff nehmen. Jetzt rückt der Auftakt gegen Portugal immer mehr in den Fokus.


Ganz so viele Erkenntnisse hat der 2:0-Sieg der deutschen Nationalmannschaft in Leipzig gegen Israel ja nicht gebracht. Eine schon: Das DFB-Team reist jetzt mit viel Rückenwind in EM-Quartier nach Danzig. Das jedenfalls war nach dem letzten Testspiel in der Red Bull Arena die meist gebrauchte Vokabel – und darin waren sich ausnahmsweise einmal alle einig. Die zweite Erkenntnis des Abends lautete: Wann immer Holger Badstuber und Per Mertesacker das Duo in der Innenverteidigung der deutschen Nationalelf bildeten, haben die Adlerträger nicht verloren. Neun Spiele dauert die Serie nun schon, bei der Deutschland zudem nur einen Gegentreffer kassierte. Bundestrainer Joachim Löw scheint also seine Abwehrformation gefunden zu haben. Unsicher bleibt nur, ob Philipp Lahm auf der linken oder rechten Abwehrseite verteidigen wird.

Per Mertesacker, der zuletzt sehr in der Kritik stand, stand auch die Erleichterung nach dem Schlusspfiff ins Gesicht geschrieben: „Wir konnten uns von einigen Zweifeln, die es sicherlich nicht zu unrecht gegeben hat, befreien. Für mich persönlich war dieses Spiel ungemein wichtig, um Spielpraxis zu sammeln, aber bei der Euro stehen wir noch mehr auf dem Prüfstand“, meinte der Verteidiger vom FC Arsenal nach dem Testspiel gegen Israel. Ähnlich sah es Keeper Manuel Neuer, der 90 Minuten lang kaum geprüft wurde: „Es war eine konzentrierte Vorstellung, auch wenn von den Israelis wenig nach vorne ging.“ Spielt das verlorene Finale in der Champions League noch eine Rolle? „Wir hatten genug Zeit, uns vom Kopf her davon zu erholen“, beteuerte Deutschlands Nummer eins.

Strahlend trat Andre Schürrle, der Torschütze zum 2:0, vor die Mikrofone und sagte, es sei „einfach gut, zu spielen, in den Spielfluss zu kommen. Jetzt reisen wir mit Rückenwind zur EM.“ Da war sie also, die Vokabel, die auch Bundestrainer Joachim Löw später nutzte, als er meinte, dieses 2:0 gebe Rückenwind. Dann wurde Bundes-Jogi aber auch kritischer. So viele Chancen könne man bei einem Turnier wie der Euro nicht liegenlassen. „Die Chancenverwertung muss besser werden, das Tempo noch höher gegangen werden. Und ich fand, wir haben nicht aggressiv und früh genug gestört.“ Es bleibt dabei: Noch wartet auf das DFB-Team eine Menge Arbeit – trotz Rückenwind.


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