Von Nils Reschke 1
Schlag den Raab

Steven Gätjens Regelauslegung bringt Stefan Raab zum Kochen

Alles wieder auf Null. Beziehungsweise in diesem Fall auf 500.000 Euro. Nachdem der Rekord-Jackpot bei „Schlag den Raab“ geknackt wurde, geht es von vorne los.


Für den Landwirt Bernd Stadelmann hätte 2012 kaum besser enden können. Ein halbes Dutzend Mal blieb der ehrgeizige Stefan Raab unbesiegt. Erst in Bernd fand er seinen Meister und verlor seinerzeit das Duell um die Rekordsumme von 3,5 Millionen Euro. Grund genug für Raab, das neue Jahr ambitioniert zu starten: Ein neuer Rekord soll her, die Grundlage dazu legte der Kölner am Samstagabend in einer durchaus unterhaltsamen 39. Ausgabe von „Schlag den Raab“, die er mit 73:32 am Ende doch sicher gewann. Doch solch ein Spaziergang, wonach es beim nackten Ergebnis aussieht, war es nicht.

Die Zuschauer hatten sich für Kandidat Björn, einem 37-jährigen Sportwissenschaftler, der in einer Gefängnisanstalt arbeitet, entschieden. Eine gute Wahl, das wurde schnell deutlich. Björn agierte selten nervös, behielt kühlen Kopf und schien der perfekte Widersacher zu sein. Doch nach der schmerzhaften Niederlage im Dezember biss Stefan Raab sich selbst bei Spielen, in denen er vermeintlicher Außenseiter war, immer wieder durch. Genau das macht dieses Format eben aus. Du hast Raab erst geschlagen, wenn du ihn tatsächlich geschlagen hast. Damit die letzten Prozent aus dem Moderator herausgekitzelt wurden, sorgte derweil Moderator Steven Gätjen.

Der Spielleiter hatte beim Fahren eines Schneemobils durch einen Slalom-Parcous einen Fehlstart von Björn erkannt. Die beiden Widersacher bemerkten die Unterbrechung aber nicht, Raab siegte in diesem Durchgang dennoch – und war fassungslos, als er diesen Punkt nicht angerechnet bekam. Es kam noch schlimmer. Björn gewann dieses Spiel sogar mit 3:2. Wütend schmiss Raab seine Handschuhe in den Schnee. Und wie wir alle wissen: Mit einem gereizten Stefan Raab ist nun wahrlich nicht zu spaßen. Das bekam auch Björn zu spüren. Doppelt motiviert und hochkonzentriert fühlte sich Raab an die Ehre gepackt – und siegte um 1.31 Uhr schließlich nach über fünf Stunden Spielzeit. Der Eine-Millionen-Euro-Jackpot ist also erreicht.


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