Von Nils Reschke 0
Schlag den Raab

Stefan Raab nicht zu bremsen: Jetzt will er den Rekord!

Erst wackelte der Holzturm, dann stürzte er gnadenlos auf die Kandidatin ein. Vorbei war der Traum von 2,5 Millionen Euro. Stefan Raabs Ehrgeiz ist einfach nicht beizukommen. Zum ersten Mal gewann der Moderator „Schlag den Raab“ direkt nach der Sommerpause.


Nicht wenige Menschen spielen viele Jahre lang Woche für Woche Lotto – eine größere Summe haben sie nie gewonnen. Bei „Schlag den Raab“ auf Pro Sieben hat ein einzelner Kandidat hingegen die Möglichkeit, mindestens eine halbe Millionen Euro zu gewinnen. Und zwar an einem einzigen Abend. Der Haken an der Sache: Der auserwählte Kandidat muss den ehrgeizigen Entertainer bezwingen. Und das ist alles andere als ein Spaziergang.

Am Samstagabend versuchte sich Manuela Kurrat darin, Stefan Raab in der gleichnamigen Pro-Sieben-Show zu schlagen. 30 Jahre alt ist die Kriminalkommissarin – und ihre Chancen auf den mittlerweile auf 2,5 Millionen Euro gestiegenen Jackpot standen gut. Denn Stefan Raab mag zwar ein „Kampfschwein“ der besonderen Art zu sein. Doch nach der Sommerpause war der 45-Jährige bislang immer schwer in Tritt gekommen und gewann dann noch nie ein Duell. „Statistiken sind Scheiße“, präsentierte sich „König Lustig“ gleich zu Beginn der Show kampfbereit und siegeshungrig. Ein Mix, der genau den Reiz dieser Sendung ausmacht. Raab ist eben keiner, der Mitleid mit den Kandidaten kennt. Zumindest nicht während der Wettkämpfe. Und das bekam auch Manuela zu spüren.

Um 1.38 Uhr und nach fast fünfeinhalb Stunden schließlich fiel der Turm aus Holzklötzchen, und Stefan Raab hatte das Duell gegen die Kriminalkommissarin mit einem Endstand von 71:34 souverän gewonnen. Im Jackpot für die nächste Show am 17. November liegen damit nun drei Millionen Euro. So viel hat bislang nur der Chemie-Doktorand Nino Haase gewonnen. Stefan Raab allerdings wird im November vor Ehrgeiz platzen, denn dem Entertainer winkt auch ein neuer Rekord, den er ungern verfehlen möchte. Und ganz nebenbei winken seiner Unterhaltungsshow damit dann wohl auch Rekordquoten auf Pro Sieben.

Aber zurück zum Duell: Eine Frau wird in der nächsten Show vermutlich nicht vom Publikum gewählt werden. Zu schwach präsentierte sich Manuela Kurrat nämlich in den ersten Spielen, die sie allesamt an Raab abgab. Der Show tat das nicht gut. Kommentator Frank Buschmann war auch schon einmal besser und musste die Spannung künstlich anheizen, was ihm kaum gelang angesichts der eher drögen Kandidatin, die sich äußerst wortkarg gab. Ungewohnt früh, schon als zweites Spiel, wurde Elton auf die Bühne geschickt und präsentierte „Blamieren oder Kassieren“, das Raab haushoch gewann. Apropos blamieren: Bei „Musik rückwärts raten“ trat dann auch Raab ins Fettnäpfchen, als er im Testdurchlauf Roman Lobs „Standing Still“ partout nicht erkennen wollte. Ohnehin: Dieses Spiel zählt nicht gerade zu Raabs Stärken, so dass Manuela sich über die ersten Punkte freuen durfte.

Umso besser ist Stefan Raab allerdings im Lenken motorisierter Fahrzeuge, was er dann auch bei einem Hindernisrennen eindrucksvoll unter Beweis und Kandidatin Manuela damit in den Schatten stellte, die zwar keine schlechte Zeit erreichte, aber dem Kölner nicht das Wasser reichen konnte. Als alles schon nach einem klaren Start-Ziel-Sieg für Stefan Raab hindeutete, schaffte Manuela dann doch so etwas wie ein Comeback beim Billard-Kegeln. 2:0 führte Raab nach Sätzen, aber die Kriminalkommissarin bewies Kämpferherz, drehte die Partie, fuhr weitere Punkte auch beim Ballball ein. Sollte sich Stefan Raab seinen vorher deutlich abzeichnenden Triumph tatsächlich noch nehmen lassen? 34:32 lag Manuela auf einmal selbst vorne, was sie mit einem gequälten Lächeln quittierte. Richtig wohl schien sie sich in ihrer Haut noch immer nicht zu fühlen.

Nach Spiel 14 war dann aber doch Schluss. Denn Stefan Raab kratzte im richtigen Moment die Kurve, bewies das bessere Händchen und entschied den „Holzturm“ und damit auch den Gesamtsieg zu seinen Gunsten. „Yeeeees“ – so stand er da, jubelnd, mit geballter Hand. Ein kurzes Kompliment an die Kandidatin Manuela. Dann war Raab schon wieder mit den Gedanken bei der nächsten Show. Der Rekord ist schließlich in greifbarer Nähe.


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