Von Nils Reschke 0
Ohne Waldemar Hartmann

Sportschau-Club ohne Waldi Hartmann: Noch nicht das Gelbe vom Ei

Waldi ist Vergangenheit. Jetzt moderieren Matthias, Gerhard und Reinhold den Club, die Analyse nach den Länderspielen in der ARD. Doch aus dem kurzweiligen Talk mit einer Prise Comedy ist eine langweilige Viererkette geworden, die kein Mensch sehen will.


Es gab Zeiten in der ARD, da war es gute Sitte nach Länderspielen der deutschen Nationalmannschaft die Leistungen der Herren Fußball-Profis noch einmal ganz genau zu betrachten. Also schaltete man rüber in „Waldis Club“, wo Moderator Hartmann ohne Schnauzbart, dafür aber mit einigen Gästen wartete, um das Länderspiel ein wenig zu analysieren, ein wenig aufs Korn zu nehmen. Immer mit dabei als Sidekick: Komiker Matze Knop, besser bekannt als „Kult-Kaiser“. Dieses Format hatte sich bewährt, kam gut beim Publikum an und erreichte stets gute Quoten. Weswegen Waldemar Hartmann so erbost darüber war, dass die ARD seinen Club-Vertrag lediglich um ein Jahr verlängern wollte.

Das Tischtuch war ziemlich schnell zerrissen zwischen den beiden Parteien, vom Club wollte sich die ARD nicht trennen, taufte die Analyse um in „Sportschau-Club“ und änderte auch das Konzept. Fortan solle es weitaus sachlicher zugehen. Comedians oder andere Prominente aus dem nichtsportlichen Bereich suchte man bei der Premiere des „Sportschau-Clubs“ vergebens. Keine Bierkrüge mehr, auch kein offensichtlich angeschickertes Publikum im Studio. Ergo: kein Stammtisch-Niveau. Doch genau das war es doch, was „Waldis Club“ gerade ausgemacht hatte und warum das Format offenbar vom Publikum angenommen wurde. Die neue Seriosität, die in den Club Einzug gehalten hat, wirkte jedoch nicht überzeugend.

Braucht es zu fast mitternächtlicher Stunde noch einmal Fußballanalysen der eher unbrauchbaren Sorte? Hoffnung hatte zumindest Moderator Matthias Opdenhövel gemacht, der für manche kesse Lippe bekannt ist. Doch offenbar hatte die ARD ihm zuvor deutlich gemacht, bloß nicht zu sehr ins Stammtisch-Niveau abzudriften. Mit Gerhard Delling, und ganz gewiss nicht mit Reinhold Beckmann wird das in den kommenden Ausgaben besser. Oliver Bierhoff, Ralf Rangnick und Franz Wohlfahrt schienen sich selbst zu langweilen. So wird die Show wohl eher kein Erfolg. Für vernünftige, seriöse Analysen gibt es ja immer noch die Sportsender.


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