Von Mark Read 0
Bob-Ass im Promipool-Interview

Sotschi 2014: Sandra Kiriasis berichtet von der Atmosphäre im olympischen Dorf

Seit einigen Tagen halten die olympischen Spiele in Sotschi die Sportwelt in Atem. Die erfolgreiche Bobfahrerin Sandra Kiriasis greift mit ihrem Team erst in Kürze ins Geschehen ein. Trotzdem kann sie uns schon einige Anekdoten über die Atmosphäre im olympischen Dorf erzählen.

Ganz Deutschland ist im Olympia-Fieber. Spätestens seit den Goldmedaillen für Felix Loch und Maria Höfl-Riesch schwelt die Wintersport-Nation im Rausch. Doch das, was wir an den TV-Bildschirmen aus Sotschi sehen, ist nur ein Teil des Spektakels. Die Sportler selbst erleben vor Ort eine noch weitaus interessantere Olympia-Erfahrung. Wir sprachen mit einer der erfolgreichsten Bobfahrerinnen der Welt über das Erlebnis "Olympia 2014".

"Olympische Spiele sind nicht zu toppen"

Sandra Kiriasis (39) hat in ihrer langen Laufbahn schon einmal olympisches Gold (2006 in Turin) und einmal Silber (2002 in Salt Lake City) im Zweierbob gewonnen, war außerdem unzählige Male Welt- und Europameisterin. Doch auch bei ihrer vierten Olympia-Teilnahme kribbelt es bei ihr: "Olympische Spiele sind nicht zu toppen. Selbst eine Weltmeisterschaft kann da nicht mithalten, weil man da nur mit Leuten aus der selben Sportart zu tun hat. Bei Olympia hast du so viele andere Sportarten und andere Sportler auf einem Haufen. Schon wenn du in den Speiseraum gehst, und da sitzen andere Nationen, andere Sportarten, und manche kennst du wirklich nur aus dem Fernsehen … das ist einfach toll."

Auf ihrer Facebook-Seite teilt Kiriasis regelmäßig Eindrücke mit ihren Fans. Mittlerweile ist das Team - nach einem Trainingslager in Istanbul - wieder in Sotschi angekommen. Genauer gesagt in Krasnaja Poljana, wo alle Bob- und Rodelwettbewerbe stattfinden.

Dort gibt es ein eigenes olympisches Dorf, über das Sandra Kiriasis bereits viel erzählen kann.

McDonald's und DVD-Lounge im olympischen Dorf

"Normalerweise gehört immer ein McDonald’s-Restaurant zum olympischen Dorf dazu. Mit der offiziellen Essens-Akkreditierung kann man 24 Stunden am Tag essen, was man möchte. Man geht einfach hin und bestellt, dann kriegt man das Essen – und muss nichts bezahlen. Nur bei unserem olympischen Dorf in den Bergen gibt’s das noch nicht. Deswegen sagen wir immer: Wenn wir mit den Wettkämpfen fertig sind, müssen wir auf jeden Fall noch ins olympische Dorf nach Sotschi und noch einmal was essen, ohne zu bezahlen."

Doch das Fastfood-Restaurant ist nicht die einzige überraschende Anekdote aus dem olympischen Dorf. So berichtet Kiriasis auch von einer DVD-Lounge, wo man sich Filme ansehen kann, diversen Cafés für die Sportler, einer "Spielhölle" mit Automaten und Tischkicker sowie einem kleinen Supermarkt. Nicht zu vergessen ein Souvenirshop. Doch das ist immer noch nicht alles: "Es gibt auch noch einen Waschsalon und sogar einen Zahnarzt. Die bekannte Geschichte, dass es überall umsonst Kondome gibt, kann ich aber bis jetzt noch nicht bestätigen. In Vancouver war das auf jeden Fall so, bei den Sommerspielen soll es das angeblich auch gegeben haben."

Klingt so, als hätte das Olympia-Dorf zahlreiche Ecken zu bieten, von denen der TV-Zuschauer gar nichts mitbekommt. Die Bob-Wettkämpfe beginnen bald, doch wir werden mit Sicherheit nochmal Gelegenheit haben, von Sandra Kiriasis weitere Eindrücke aus erster Hand zu erhalten.


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