Von Mark Read 0

Skandal-Bänker Dominique Strauss-Kahn: Aus dem Gefängnis, aber nicht frei


Der in New York angeklagte ehemalige Chef des internationalen Währungsfonds, Dominique Strauss-Kahn, kam heute aus der Untersuchungshaft frei. Der 62-Jährige, bis vor wenigen Tagen noch eine der wichtigsten Wirtschaftspersönlichkeiten der Welt, soll ein Zimmermädchen vergewaltigt haben. Nun ist er zwar nicht mehr Gefängnis, frei ist er allerdings nicht.

Strauss-Kahn darf die USA nämlich nicht verlassen, solange das Verfahren gegen ihn läuft. Er musste seine Reisepässe abgeben, eine elektronische Fußfessel tragen, und das Appartement, in dem vorübergehend logiert, wird von der Polizei überwacht.

Schon seine Entlassung aus der Untersuchungshaft musste sich der gefallene Ex-Wirtschaftslenker teuer erkaufen. Eine Million Dollar musste er dem Gericht bar als Kaution hinterlegen, weitere fünf Millionen als Bankbürgschaft. Die New Yorker, die seine Frau Anne Sinclair für ihn angemietet hat, muss er ebenfalls aus eigener Tasche bezahlen. 200.000 Dollar soll sie pro Monat kosten - und wie lange das Verfahren gegen Strauss-Kahn dauert, kann momentan noch niemand sagen.

Die New Yorker Staatsanwaltschaft bekräftigte zuvor sämtliche Anklagepunkte gegen den Franzosen. Strauss-Kahn soll ein Zimmermädchen in einem New Yorker sexuell bedrängt und zum Sex gezwungen haben. Er wurde am Flughafen festgenommen - kurz, bevor er zu einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel aufbrechen wollte.

Seinen Job als Chef des Internationalen Währungsfonds ist Strauss-Kahn los, seine politische Karriere in Frankreich ist wohl auch im Eimer - und im schlimmsten Fall drohen ihm in den USA bis zu 74 Jahre Haft! Man sieht: Strauss-Kahn mag zwar nicht mehr im Gefängnis sein, er befindet sich aber immer noch in einer katastrophalen Lage.


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