Von Nils Reschke 0
75. Geburtstag

Sir Anthony Hopkins kann und ist mehr als nur Hannibal Lecter

Als Hannibal Lecter hat uns Schauspieler Anthony Hopkins schlecht schlafen lassen. Heute feiert der grandiose Mime seinen 75. Geburtstag. Im kommenden Februar ist er dann als Alfred Hitchcock zu bestaunen.


Ich weiß nicht wie euch das geht. Aber ich liebe gute Filme und gemütliche Abende mit Popcorn im Kino. Und ich mache mir einen Spaß daraus, nach tollen Leinwandstreifen zu suchen, die in den kommenden Monaten zu erwarten sind und nicht die x-te Fortsetzung irgendeiner längst abgedroschenen Filmreihe sind. Eine solche „Perle“, auf die ich mich ganz besonders freue, trägt den simplen Titel „Hitchcock“ und basiert auf dem Roman „Alfred Hitchcock and the Making of Psycho“ von Stephen Rebello. Damit ist eigentlich alles gesagt.

Es geht um den Kult-Regisseur und wie er sein Meisterwerk „Psycho“ auf die Leinwand brachte – denn dieses Projekt wäre um ein Haar gestorben, was zweifelsohne das Kino um einen fantastischen Film ärmer gemacht hätte. Als ich zum ersten Mal von „Hitchcock“ las, stellte sich natürlich die Frage: Wer in Gottes Names würde den vollleibigen Regisseur spielen? Die Auflösung in diesem Artikel folgte vier, fünf Sätze später: Sir Anthony Hopkins. Ja natürlich, wer auch sonst? Der geniale Schauspieler ist der Mann für die markanten Rollen. Und Anthony Hopkins feiert heute am Silvestertag 2012 seinen 75. Geburtstag. Da gratuliert natürlich auch das Team von Promipool recht herzlich!

Nun also Meisterregisseur Alfred Hitchcock. Das also soll Anthony Hopkins nächster Geniestreich werden. Ich bin mir sicher, mit der entsprechenden Maske meistert der walisische Schauspieler auch diese Herausforderung, als hätte er nie etwas anderes getan. Hopkins verkörperte schließlich auch schon US-Präsident Richard Nixon in der Verfilmung von Oliver Stone 1995, was Hopkins eine Oscar-Nominierung einbrachte. Ebenso wie für die Rolle des Butlers Stevens im Drama „Was vom Tage übrig blieb“. Hopkins mimte ebenfalls den Glöckner von Notre Dame, spielte mit in „Der Elefantenmensch“ von David Lynch und verkörperte in „Der Bunker“ sogar Adolf Hitler, wofür er mit einem Emmy belohnt wurde. Ja, irgendwie war Anthony Hopkins schon immer der Schauspieler für die besonderen Rollen. Doch eine schien dem Briten ganz besonders auf den Leib geschnitten. 1991 fesselte „Das Schweigen der Lämmer“ die Kinobesucher und gilt bis heute als einer der besten Filme aller Zeiten. Was neben Jodie Foster vor allem an Sir Anthony Hopkins lag, der Dr. Hannibal Lecter spielt. „Hannibal, der Kannibale“ hilft FBI-Agentenanwärterin Clarice Starling (Jodie Foster) bei der Jagd nach dem Serienmörder Buffalo Bill – natürlich mit seinen ganz eigenen Methoden.

Fünf Oscars gewann „Das Schweigen der Lämmer“, unter anderem als „Bester Film“, für die „Beste Hauptdarstellerin“ Jodie Foster, für den Regisseur Jonathan Demme – und natürlich für Anthony Hopkins, der sich mit seiner Verkörperung des Psychopathen Lecter selbst ein eigenes Denkmal schuf. Dabei meinte es das Schicksal zunächst gut mit dem 75-Jährigen. Denn bei Jonathan Demme stand Hopkins keineswegs ganz oben auf der Wunschliste. Der Regisseur holte sich aber von Gene Hackman, Robert Duvall, Brian Cox und Jeremy Irons der Reihe nach einen Korb. Also erhielt der gebürtige Waliser den Zuschlag für die Rolle. Wie eindringlich das Spiel von Anthony Hopkins in diesem Meisterwerk ist, belegt schon alleine die Tatsache, dass er in dem 118 Minuten langen Blockbuster nur ganze 16 Minuten zu sehen ist. Und trotzdem geht jeder mit den Bildern von Hannibal Lecter schlafen. Süße Alpträume!

Dass Anthony Hopkins auch im Sequel „Hannibal“ von 2001 und im Prequel „Roter Drache“ von 2002 die Rolle von Dr. Hannibal Lecter übernahm, war Ehrensache. Etwas anderes hätte auch gar nicht funktioniert. Vielleicht mag es Hopkins als Schauspieler ungerecht empfinden, dass er immer und immer wieder auf die Rolle des Psychopathen reduziert wird. Aber es war nun einmal seine eigene Meisterleistung, die die Menschen bis heute nach dem „Genuss“ von „Das Schweigen der Lämmer“ schlecht schlafen lässt. Und es ist ja auch nicht so, dass seine anderen Rollen deswegen bei den Kritikern schlecht abschneiden. Im Gegenteil: Halbglatze, Doppelkinn und ein besonders runder Körperbau. Für einen Moment meint man tatsächlich, Alfred Hitchcock sei von den Toten auferstanden, so sehr ähnelt Hopkins den Meisterregisseur. Ein Film, auf den wir uns freuen dürfen. Und darauf, Sir Anthony Hopkins noch in möglichst vielen einprägsamen und speziellen Rollen zu bewundern. Wie auch 2014, wenn Hopkins Methusalem höchstpersönlich spielt, den Großvater von „Noah“ – wie der Film auch heißt –, der die biblische Arche baut. Wir sind gespannt auf all das, was da noch kommen mag. Alles Gute und „Happy Birthday“, Sir Anthony Hopkins.


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